News rund ums Öl

Unsicherheit im Golf von Oman – Produktionskürzungen der OPEC

17. Jun. 2019

Nachdem vergangene Woche zwei Öltanker im Golf von Oman angegriffen wurden, steigen die Ölpreise weiterhin leicht an. Die Spannungen zwischen den USA und Iran halten weiter an und lassen zunächst einmal keine zeitnahe Lösung vermuten. Diese Unsicherheit tut ihr Übriges in Sachen Preisgestaltung. Eine weitere Zuspitzung oder gar ein militärischer Konflikt der beiden Länder würde die Situation eskalieren lassen.

 

OPEC-Länder rechnen mit Nachfrageschub

Neben diesen Unsicherheiten im Nahen Osten sind auch die Prognosen im kommenden Jahr weiter Thema der Branche. Die OPEC geht kurzfristig zunächst von einer geringen Ölnachfrage aus, erwartet in der zweiten Jahreshälfte aber einen saisonalen Nachfrageschub. Die Herausforderung des Bündnisses ist es nun ein Marktgleichgewicht herzustellen, was bedeutet dass Nachfrage und Angebot nicht zu weit auseinander klaffen.

 

Derzeit wächst das Angebot stetig weiter während die Nachfrage eher sinkt oder langsamer wächst. Das lässt der Preisgestaltung wenig Spielraum und hat zur Folge, dass die Produktionskürzungen der OPEC-Länder weiter fortgeführt werden. Beim nächsten OPEC-Meeting werden diese Kürzungen weiter ausgehandelt.

 

Überversorgung weiter auf Hochkurs

Auch die Internationale Energieagentur (IEA) setzt weiter auf steigende Ölversorgung und bestätigt damit den Trend der Experten – 2020 wird es ein Überangebot geben.

 

Ausblick

Die Versorgungslage ist weiterhin gut, auch wenn es in der kommenden Zeit kurzzeitig zu einer erhöhten Nachfrage kommen kann. Im nächsten Jahr wird durchweg mit einem großen Angebot und einer kleineren Nachfrage gerechnet, was die Preise etwas sinken lassen wird. Im Inland wird heute mit leichten Preissteigerungen gerechnet, Verbraucher müssen für 100 Liter Heizöl etwa +0,65 bis +0,80 Euro mehr zahlen.

Angriff auf Öltanker im persischen Golf – USA beschuldigt Iran

14. Jun. 2019

Am gestrigen Donnerstag wurden zwei Öltanker in der Straße von Hormuz angegriffen, was die Ölpreise an den Börsen natürlich nach oben steigen ließ. Durch die Seestraße wird rund ein Drittel des weltweit verschifften Rohöls transportiert und ist somit die wichtigste Engstelle der globalen Logistikkette.

 

Erneuter Angriff auf zwei Öltanker in Golf von Oman

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran wird nun auf eine harte Probe gestellt. Gestern wurden im Nadelöhr des Golf von Oman erneut zwei Tanker angegriffen. Die USA beschuldigte direkt den Iran und veröffentlichte ein Video, das ein iranisches Patroullienboot zeigen soll, welches eine nicht explodierte Haftmine von einer der angegriffenen Tanker entfernt. Der Iran weißt die Vorwürfe von sich. Die Spannungen in der Region steigen mit diesem Vorfall weiter an.

 

Wer letztlich hinter den Angriffen steht, wird sich zeigen. Derzeit sind nur Spekulationen darüber im Umlauf. Angegriffen wurden laut verschiedenen Quellen ein Frachter der norwegischen Reederei „Frontline“ und ein Tanker der Hamburger Reederei „Bernd Schulte GmbH & Co.KG“. Die Besatzungen wurden jeweils evakuiert.

 

Ölpreis reagierte unmittelbar

Was diese Vorfälle mit den Preisen an den Börsen machen, war abzusehen. Direkt nach dem Vorfall sind die Ölpreise stark angestiegen. Der Ort der Vorfälle ist mehr als brisant: Die Meeresenge von Hormuz verbindet den ölreichen Persischen Golf mit dem offenen Meer und ist somit einer der wichtigsten Umschlagplätze des globalen Ölhandels.

 

Der Iran hat schon des öfteren damit gedroht diese Straße zu blockieren. Nach einem solchen Angriff werden die Frachtkosten in die Höhe schnellen, werden doch die Risikoprämien der Versicherungen steigen. Abzuwarten bleibt, wie die USA auf den Zwischenfall reagieren wird. Denkbar ist, dass die US Marine Öltanker künftig bei der Durchfahrt der Meeresenge begleiten wird, um weitere Angriffe zu verhindern.

 

Ausblick

Mit Spannung wird nun erwartet, was das alles für die Preisentwicklung bedeuten wird. Wird sich der Konflikt weiter zuspitzen oder kann eine Lösung gefunden werden? Experten halten eine militärischen Konflikt weiter für unwahrscheinlich: Trump wollte dies stets umgehen und der Iran wäre bei einer Konfrontation unterlegen. Für die Preise wird der gestrige Vorfall aber nicht für einen dauerhaften Anstieg der Preise reichen, ist die Ölnachfrage doch weiterhin extrem schwach.

Ölnachfrage schwächer als bisher eingestuft – Versorgungslage ist komfortabel

13. Jun. 2019

Nachdem die letzten Tage die Versorgungslage im Fokus stand, rücken nun die Nachfragewerte immer weiter in den Vordergrund, und diese werden zunehmend schwächer als bisher eingestuft. Gleichzeitig sind die Rohölbestände in den USA in der letzten Woche erneut gestiegen. Damit haben die USA nun so viel Rohöl eingelagert, wie seit Juli 2017 nicht mehr.

 

Handelsstreit hat Einfluss auf die Ölnachfrage

Weiterhin nicht ohne Auswirkungen bleibt der Handelsstreit zwischen China und den USA, der sich schier endlos in die Länge zu ziehen scheint. Schon seit Monaten spricht man von einem bevorstehendem Deal, der dann im Endeffekt doch nicht zustande kommt. Nicht zuletzt dadurch wird das globale Wirtschaftswachstum weiter geschwächt – vor allem aber löste der Handelsstreit eine schneller als erwartete Abschwächung der Ölnachfrage in China aus. Analysten gehen aber auch in Europa und den USA von einer schwachen Nachfrageentwicklung aus.

 

Durch die Bank weg sehen alle Analysten u.a. der Internationalen Energieagentur IEA, des Investmentbanking- und Wertpapierhandelsunternehmen Morgan Stanley oder der JP Morgan Chase zwar aktuell noch steigendes Nachfragewachstum, langfristig sind sich aber alle einig, dass der Welthandel ausgebremst wurde und es erst einmal nicht zu erwarten sei, dass sich das in absehbarer Zeit ändere. Das hat natürlich gleichzeitig negative Auswirkungen auf die Ölnachfrage.

 

Kurzfristig angespannte, langfristig komfortable Marktlage

Dennoch bleibt die aktuelle Lage am Markt angespannt, wobei das US Energieministerium von einer deutlichen Überversorgung ab Oktober und November ausgeht. Im Auge behalten muss man hier auch die Lage in Libyen: seit geraumer Zeit kämpfen Regierungstruppen und die Armee von General Chalifa Haftar um die Hauptstadt Tripolis, was die Ölförderung auf eine Geduldsprobe stellt. Laut „Wintershall Dea“ kann man die Produktion aktuell nur mit großer Anstrengung aufrecht erhalten. Sollte die Lage eskalieren, könnte sich die Marktlage nachhaltig negativ verändern.

 

Ausblick

Trotz Produktionskürzungen der OPEC geht man auch in Zukunft von einer guten Versorgungslage aus. Abzuwarten bleibt, wie sich der Streit zwischen den USA und China weiter entwickelt, und welchen Einfluss das Ergebnis auf die Marktsituation haben wird. Schon jetzt ist zu sagen, dass es dem Weltwirtschaftswachstum zugesetzt hat.

Kraftstoffpreise sinken spürbar – Weiterhin Spielraum für Preissenkungen

12. Jun. 2019

München (ots)

Autofahrer können an den Tankstellen etwas durchatmen. Laut aktueller Auswertung des ADAC kostet ein Liter Super E10 im Bundesdurchschnitt 1,483 Euro, gegenüber der Vorwoche ein spürbarer Rückgang um 3,1 Cent. Diesel verbilligte sich im Mittel um 2,1 Cent auf 1,261 Euro je Liter.

Allerdings schlagen sich damit die günstigeren Rohölnotierungen – die Kosten für ein Barrel der Sorte Brent sind seit Mitte Mai von 72 Dollar auf rund 62 Dollar gesunken – nur teilweise in den Verbraucherpreisen nieder. Deshalb sieht der ADAC weiterhin Potential für Preissenkungen.

Der ADAC empfiehlt Autofahrern, vor dem Tanken die Preise zu vergleichen. Wer die teilweise erheblichen Preisunterschiede zwischen verschiedenen Tankstellen und Tageszeiten nutzt, spart bares Geld und stärkt den Wettbewerb zwischen den Anbietern. Unkomplizierte und schnelle Hilfe bietet die Smartphone-App „ADAC Spritpreise“. Ausführliche Informationen zum Kraftstoffmarkt und aktuelle Preise gibt es auch unter www.adac.de/tanken.

Mit dem ADAC Vorteilsprogramm günstiger tanken: ADAC Mitglieder bekommen einen Cent Rabatt pro Liter Kraftstoff – an jeder fünften Tankstelle in Deutschland. Alle Infos dazu unter www.adac.de/mitgliedschaft/mitglieder-vorteilsprogramm.

Pressekontakt:

ADAC Newsroom
T +49 89 76 76 54 95
aktuell@adac.de

 

Quelle: www.presseportal.de

OPEC-Kürzungen in Aussicht – Ölbestand weiter auf Langzeithoch

12. Jun. 2019

Nachdem schon letzte Woche die Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und Mexiko Einfluss auf die Preise genommen haben, rückt die zukünftige Nachfrageentwicklung in den Vordergrund. Die überwiegende Einschätzung der Marktteilnehmer geht für das kommende Jahr von einer Überversorgung aus. Demzufolge ist es nur noch eine Frage der Zeit bis auch der OPEC+ Deal offiziell unter Dach und Fach bringt. Laut Aussagen des saudischen Ölministers wartet man nur noch auf eine Zusage Russlands, ehe der Deal perfekt ist. Allerdings hat dies bisher keinen starken Einfluss auf die Preise, denn ab Herbst deutet sich auch mit den Kürzungen der OPEC eine sehr komfortable Versorgungslage an.

 

Ölnachfrage wächst langsamer als bisher angenommen

Einmal im Monat veröffentlicht das US Energieministerium einen Monatsbericht zur aktuellen und kommenden Versorgungslage. In dem am späten Abend gestern bekanntgegebenen Report geht die Behörde davon aus, dass die Versorgungslage auf globaler Ebene erst einmal noch knapp ist und mehr Öl verbraucht als gefördert wird. Spätestens im Herbst sollte sich die Konstellation dann allerdings wieder ändern. Nach den Sommermonaten nimmt der Energiebedarf in der Regel ab und in den USA wird an den Schieferölfeldern eine deutliche Produktionssteigerung erwartet.

 

Die Daten des Ministeriums deuten somit daraufhin, dass es im Oktober und November wieder zu einem Überangebot kommt, auch wenn die OPEC und ihre Verbündeten ihre Produktion weiter künstlich reduzieren. Langfristig wird sich daran wohl auch nicht viel ändern, denn für das Jahr 2020 deutet sich eine Überversorgung von durchschnittlich 260.000 Barrel (159 Liter) pro Tag an, was 41,4 Mio. Liter pro Tag bzw. 15,1 Mrd. Liter im Gesamtjahr sind.

 

US Ölbestände vermutlich gestiegen

Passend zu der langfristig guten Versorgungslage wurden in der Nacht neue Zahlen zu den wöchentlichen US Ölbeständen veröffentlicht. Diese deuten daraufhin, dass die Rohölvorräte am größten Einzelmarkt binnen Wochenfrist erneut um 4,9 Mio. Barrel bzw. 779,1 Mio. Liter zugenommen haben. Hier wartet man aber noch auf die offiziellen Bestandsdaten des US Energieministeriums heute Nachmittag.

 

Ausblick 

Sowohl der Monatsreport als auch die Zahlen zu den US Ölvorräten deuten auf eine gute Versorgungslage hin und verdrängen die Ängste bezüglich der US Sanktionen gegen Iran und Venezuela bzw. die Erwartung einer Verlängerung der Produktionskürzungen der OPEC. Gerade langfristig scheint die Strategie des Kartells nicht aufzugehen. Da die Preise an den Ölbörsen nachgeben, entwickelt sich die Marktlage auch bei Heizöl günstig für die Verbraucher. Damit lassen sich heute Morgen Preisnachlässe bei Heizöl in einer Größenordnung von etwa -0,25 bis -0,50 Euro pro 100l zum Vortrag realisieren.

Saarländer und Niedersachsen tanken günstig Preisunterschiede zwischen den Bundesländern bei sechs Cent

11. Jun. 2019

München (ots)

Die Preisunterschiede bei Super E10 und Diesel zwischen den Bundesländern sind im Vergleich zum Vormonat etwas angestiegen. Bei beiden Sorten liegt die Differenz zwischen teuerstem und billigstem Bundesland aktuell bei gut sechs Cent. Wie in den vergangenen Wochen ist dabei das allgemeine Preisniveau an den deutschen Tankstellen weiterhin hoch. Super E10 kostet aktuell im Saarland mit 1,481 Euro am wenigsten. Unter der Marke von 1,500 Euro bleiben außerdem: Rheinland-Pfalz (1,482 Euro), Nordrhein-Westfalen (1,483 Euro), Niedersachsen (1,489 Euro) und ganz knapp Mecklenburg-Vorpommern mit 1,499 Euro. Am teuersten ist Benzin mit 1,543 Euro in Brandenburg, am zweitteuersten in Berlin mit 1,532 Euro.

Für Dieselfahrer ist das Tanken derzeit in Bayern (1,318 Euro/Liter) und Baden-Württemberg (1,295 Euro) am teuersten. Wie schon bei Super E10 ist auch der Dieselpreis in Mecklenburg-Vorpommern (1,262 Euro) und Nordrhein-Westfalen (1,261 Euro) sehr günstig. Am günstigsten ist ein Liter in Niedersachen mit 1,257 Euro.

In der aktuellen Untersuchung hat der ADAC am heutigen Dienstag um 11 Uhr die Preisdaten von mehr als 14.000 bei der Markttransparenzstelle erfassten Tankstellen ausgewertet und den Bundesländern zugeordnet. Die ermittelten Preise stellen eine Momentaufnahme dar. Unkomplizierte und schnelle Hilfe für preisbewusste Autofahrer bietet die Smartphone-App „ADAC Spritpreise“. Ausführliche Informationen rund um den Kraftstoffmarkt gibt es zudem unter www.adac.de/tanken.

Mit dem ADAC Vorteilsprogramm günstiger tanken: ADAC Mitglieder bekommen einen Cent Rabatt pro Liter Kraftstoff – an jeder 5. Tankstelle in Deutschland. Alle Infos dazu unter www.adac.de/mitgliedschaft/mitglieder-vorteilsprogramm.

Pressekontakt:

ADAC Newsroom
T +49 89 76 76 54 95
aktuell@adac.de

 

Quelle:
www.presseportal.de

Überversorgung auch 2020 realistisch – Heizöl nach Pfingsten etwas günstiger

11. Jun. 2019

Stiegen die Ölpreise an den Börsen Ende letzte Woche noch und sorgten sie auch bei Heizöl für eine Preissteigerung, so hat sich die Lage über das lange Pfingstwochenende zumindest leicht entspannt. An den internationalen Handelsplätzen wird Rohöl wieder etwas günstiger gehandelt, und so zeichnet sich heute Morgen auch bei Heizöl leichtes Abwärtspotenzial ab.

 

Ölversorgung langfristig wohl komfortabel

Analysten gehen für das kommende Jahr von einer Öl-Überversorgung aus. Die wachsende US-Schieferölproduktion bereitet den Experten Sorge: der Markt lasse sich nicht zuletzt hierdurch nur schwer einschätzen, so die Meinung der Experten von Goldman Sachs. Gleichzeitig wird erwartet, dass der Ölbedarf 2020 deutlich geringer ausfallen dürfte, als bisher eingeschätzt. Der Hauptgrund für diese Entwicklung sind die schwächelnden Konjunkturdaten, gepaart mit dem Handelsstreit zwischen USA und China, der die Stimmung vermiest.

 

Die Prognosen für 2020 fallen bei S&P Global Platts, bei der FGE und weiteren Spezialisten der Branche gleichermaßen aus: die Nachfrage wächst langsamer als man es zu Jahresbeginn noch dachte, während die Ölproduktion aus den US Schieferölgebieten wieder steigen wird. Entsprechend bewegen sich die Schätzungen für 2020 bei einem Überangebot an Rohöl im Bereich von 0,1 bis 0,8 Millionen Barrel (ca. 159 Liter) pro Tag. Bei einem globalen Tagesverbrauch von knapp 100 Millionen Barrel pro Tag klingt dies nicht viel, auf das Gesamtjahr bezogen bedeutet dies aber, dass zwischen 5,8 und 46,4 Milliarden Liter Öl gefördert wird, das nicht verbraucht und eingelagert werden muss.

 

Verbraucher dürfte dies freuen, denn so lange die Einschätzungen so bleiben, ist nicht unbedingt mit einer Preisrallye auf die Hochs im April oder gar darüber hinaus zu rechnen.

 

Ausblick

Über Pfingstmontag sanken die Preise an den Ölbörsen leicht. Für Heizöl deuten sich damit nun ein Preisnachlässe im Vergleich zu Freitag letzter Woche in einer Größenordnung von immerhin -0,24 bis -0,47 Euro pro 100 Liter an.

Nach Kursrutsch heute wieder höhere Preise – OPEC uneinig über Förderkürzungen

7. Jun. 2019

Die Ölpreise haben sich nach dem heftigen Preisverfall der letzten Tage wieder etwas erholt und kommen von den tiefen Niveaus des Vortages zurück. Grund dürfte die Meldung gewesen sein, dass im Konflikt zwischen den USA und Mexiko über angedrohte Strafzölle eine Lösung gefunden wurde. Marktteilnehmer hatten hier befürchtet, dass sich die Ölnachfrage durch den Streit der beiden Nachbarländer noch stärker abschwächen könnte.

 

USA und Mexiko suchen nach Lösung im Asylkonflikt

In den letzten beiden Wochen war die sinkende Ölnachfrage verstärkt in den Fokus der  Marktteilnehmer gerückt und hatte die Preise stark belastet. Besorgnis löste im Lichte dessen die Nachricht über Strafzölle gegen Mexiko aus, welche die USA ihren Nachbarn wegen der andauernden Grenzstreitigkeiten angedroht hatten. Dies hätte, so die Sorge an den Märkten, die Ölnachfrage in den USA und auch auf globaler Ebene noch stärker belastet.

 

Doch nun kam aus Mexiko eine überraschende Meldung, der zu Folge man mit den USA Fortschritte bei neuen Asylregeln gemacht habe. Unter anderem sollen Asylsuchende aus Mittelamerika künftig in Mexiko und nicht mehr in den USA Asyl beantragen. Die USA prüfen nun wohl die Verschiebung der angedrohten Zölle, womit die Nachfragesorgen reduziert werden. An den Ölbörsen sorgte die Nachricht dementsprechend für einen Kaufimpuls und löste einen deutlichen Satz nach oben aus.

 

Fortführung der OPEC Kürzungen noch nicht in trockenen Tüchern

Gleichzeitig tritt auch die OPEC mit ihren Partnern wieder ins Rampenlicht, denn der Termin der nächsten Vollversammlung rückt immer näher. Bei dieser soll über die Zukunft der Produktionskürzungen entschieden werden und wie immer herrscht im Vorfeld Uneinigkeit.

 

Während vor allem Saudi-Arabien sich vehement für eine Verlängerung des Abkommens einsetzt, ist Russland – auch wie immer – eher zurückhaltend und will eigentlich keine Fortführung der Produktionskürzungen. Präsident Putin hatte gestern klar gestellt, dass man nicht auf so hohe Preise angewiesen sei wie Saudi-Arabien und mit Preisen zwischen 60 und 65 Dollar pro Barrel gut zurecht komme. Im Moment liegt der Preis bei etwa 62 Dollar.

 

Dennoch gehen die meisten Experten davon aus, dass es zu einer Verlängerung der Produktionskürzungen kommen wird. Auch in der Vergangenheit hatte sich Russland immer erst ganz zum Schluss zu einer Beteiligung an Förderbegrenzungen bekannt, so dass eine ähnliche Strategie auch jetzt wahrscheinlich ist.

 

Die grundsätzliche Frage stellt sich allerdings, inwieweit die Förderkürzungen tatsächlich zu einer Stabilisierung der Ölpreise führen werden. Sollte das weltweite Nachfragewachstum so stark unter Druck bleiben und gleichzeitig die Fördermengen in den USA weiter so rasant steigen, dürfte es auch der OPEC schwer fallen, dem etwas entgegenzusetzen.

 

Ausblick

Auch die Heizölpreise im Inland reagieren auf den Preisanstieg an den Ölbörsen und sind heute etwas höher als gestern. Der relativ starke Euro gleicht den Preisanstieg allerdings etwas aus, denn er macht in Dollar gehandeltes Öl für Investoren aus dem Euroraum günstiger. Verbraucher müssen mit Preisaufschlägen von +0,40 bis +0,55 Euro für 100 Liter rechnen.

 

 

Preissturz nach Ölbestandsdaten aus USA – Mehr Öl und weniger Nachfrage

6. Jun. 2019

Gestern Nachmittag erschien in den USA der Bericht des Energieministeriums zu den Ölbestandsdaten des Landes. Schon am Dienstag hatte der Wochenreport des American Petroleum Institute (API) umfangreiche Bestandsaufbauten gemeldet, die nun von den Daten des US Ministeriums nochmal deutlich übertroffen wurden. Die Reaktion an den Ölbörsen fiel unmittelbar und sehr heftig aus. Innerhalb kürzester Zeit rutschten die Preise auf die niedrigsten Niveaus seit Januar und schlossen mit deutlichen Verlusten. Heute haben sich die Preise zwar wieder etwas gefangen, bleiben aber doch deutlich unter den Vortageshochs.

 

Ölbestände erneut massiv gestiegen

Seit längerem schon liefern die Ölbestandsdaten aus den USA einen Gegenentwurf zu der seit Jahresanfang vorherrschenden Befürchtung einer Angebotsknappheit. Auch in dieser Woche machte schon der am Dienstag erschienene Wochenbericht des American Petroleum Institute (API) klar, dass die Bestände durch die Bank gestiegen waren.

 

Nun folgte gestern Nachmittag der Wochenreport des US Energieministeriums DOE und meldete Mengen, die förmlich durch die Decke gingen. Mit enormen 6,8 Millionen Barrel (à 159 Liter) mehr als in der Vorwoche hat vor allem Rohöl massiv zugelegt. Doch auch die Benzin- und Destillatvorräte sind mit +3,2 und +4,6 Millionen Barrel stärker angewachsen als vermutet.

 

Zusammen mit einer ebenfalls seit Wochen schwächelnden Gesamtnachfrage, die in der Berichtswoche um zwei Millionen Barrel einbrach und nun nur noch 19,5 Millionen Barrel liegt, war die Reaktion an den Börsen unvermeidbar. Innerhalb kürzester Zeit reagierten die Preise mit einer rasanten Talfahrt und landeten zwischenzeitlich auf neuen Rekordtiefständen.

 

Ölnachfrage schwächelt mehr und mehr

Die heftige Börsenreaktion hängt auch damit zusammen, dass sich die Stimmung am Markt inzwischen gewandelt hat. Die Erwartung einer knapper werdenden Versorgungslage weicht immer mehr den Ängsten vor einem die Ölpreise belastenden wirtschaftlichen Abschwung und einer sinkenden Ölnachfrage.

 

Mit den vielen Handelsstreitigkeiten und vor allem dem Konflikt zwischen den USA und China ist diese Sorge auch nicht von der Hand zu weisen, denn schon jetzt wird das globale Wirtschaftswachstum – und damit auch der Energiebedarf – negativ beeinflusst. Der Internationale Währungsfonds IWF hat deshalb nun die Wachstumsprognose für China um 0,1 auf 6,2 Prozent gesenkt.

 

Ausblick

Auch wenn sich die Ölpreise an den Börsen inzwischen wieder etwas gefangen haben, profitieren Verbraucher heute doch vom starken Preisrutsch. Für 100 Liter Heizöl können Verbraucher demnach heute mit Abschlägen von etwa  -0,55 bis -0,65 Euro rechnen.

Spritpreise sinken nur leicht – Rückgang müsste stärker ausfallen

5. Jun. 2019

München (ots)

Nach den Jahreshöchstständen im Mai können Autofahrer wieder etwas preiswerter tanken. Laut aktueller Auswertung des ADAC verbilligte sich Super E10 gegenüber der Vorwoche im Bundesdurchschnitt um 1,1 Cent auf 1,514 Euro je Liter. Für einen Liter Diesel muss man im Mittel 1,282 Euro bezahlen, ein Rückgang um 1,5 Cent.

 

Trotz der leichten Entspannung ist das aktuelle Preisniveau an den Tankstellen nach Einschätzung des ADAC weiterhin deutlich überhöht. Benzin ist immer noch fast 20 Cent pro Liter teurer als im Februar. Angesichts der in den letzten Tagen auf 62 Dollar je Barrel eingebrochenen Rohölnotierungen – ein Stand, der zum Teil unter den Werten von Februar liegt – wäre ein wesentlich stärkerer Rückgang angemessen.

 

Der ADAC empfiehlt Autofahrern, vor dem Tanken die Preise zu vergleichen. Wer die teilweise erheblichen Preisunterschiede zwischen verschiedenen Tankstellen und Tageszeiten nutzt, spart bares Geld und stärkt den Wettbewerb zwischen den Anbietern. Unkomplizierte und schnelle Hilfe bietet die Smartphone-App „ADAC Spritpreise“. Ausführliche Informationen zum Kraftstoffmarkt und aktuelle Preise gibt es auch unter www.adac.de/tanken.

 

Mit dem ADAC Vorteilsprogramm günstiger tanken: ADAC Mitglieder bekommen einen Cent Rabatt pro Liter Kraftstoff – an jeder fünften Tankstelle in Deutschland. Alle Infos dazu unter www.adac.de/mitgliedschaft/mitglieder-vorteilsprogramm.

Pressekontakt:

ADAC Newsroom
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Quelle: www.presseportal.de