News rund ums Öl

Corona hat Ölpreise im Würgegriff

28. Okt. 2020

Hatte man im Spätsommer noch gehofft, dass das Schlimmste in Sachen Corona-Pandemie überstanden sei, ist nun mit dem Herbst auch eine massive zweite Welle an Neuinfektionen hereingebrochen. Die ersten europäischen Länder haben inzwischen schon wieder neue Lockdowns verhängt. Aufgrund der befürchteten Nachfrageeinbrüche kommen die börsengehandelten Rohölpreise wieder unter Druck.

 

„Lockdown Light“ auch in Deutschland?
Nicht nur in Europa steigt die Zahl der Neuinfektionen seit einigen Wochen wieder bedenklich an, auch in den USA werden wieder fast täglich neue Rekorde aufgestellt. Hatten die Regierungschefs der Welt noch im Sommer betont, neue Lockdowns um jeden Preis verhindern zu wollen, scheint sich dies nun nicht mehr verhindern zu lassen. Auch in Deutschland kommt die Kanzlerin heute mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer zum Corona-Gipfel zusammen.

 

Das Kanzleramt strebt offenbar einen teilweisen Lockdown an, der bedeuten würde, dass zwar die Schulen und Kitas geöffnet bleiben ebenso wie der Einzelhandel, alle Freizeiteinrichtungen einschließlich Gastronomie aber bis Ende November geschlossen werden. Die Ministerpräsidenten müssen diesem Bundesweiten Plan heute jedoch erst noch zustimmen.

 

Nachfragesorgen wachsen wieder
Für die Marktteilnehmer an den Ölbörsen sind die neuen Lockdowns das große Schreckgespenst, denn die Erinnerung an den extremen Preiseinbruch im Frühjahr ist noch sehr frisch. Dieser kam unter anderem deshalb zustande, weil die Weltwirtschaft durch die plötzlichen Einschränkungen quasi auf Null heruntergefahren wurde und die Nachfrage nach Öl und Ölprodukten damit ebenfalls vernichtet wurde.

 

Die Befürchtung ist groß, dass der vorsichtigen wirtschaftlichen Erholung, die sich über den Sommer in den meisten Ländern gezeigt hatte, nun der Garaus gemacht werden könnte – und damit der Ölnachfrageerholung gleich mit. Entsprechend kommen auch heute die börsengehandelten Rohölpreise unter Druck und geben ein gutes Stück nach.

 

Ausblick
Auch bei den Heizölpreisen im Bundesgebiet machen sich die Verluste an den Ölbörsen bemerkbar. Verbraucher können heute mit Preisnachlässen von etwa -0,20 bis -0,40 Euro pro 100 Liter rechnen.

 

Hurrikan im Golf drückt Produktion

27. Okt. 2020

Die atlantische Hurrikan-Saison neigt sich dem Ende zu. Im Zeitraum vom 1. Juni bis zum 30. November werden vermehrt Tropenstürme registriert, die sich über warmen Gewässern bilden, an Fahrt aufnehmen und sich in Richtung Karibik und Golf von Mexiko bewegen. Im Golf von Mexiko beeinflussen die Stürme dann auch die Ölproduktion vor Ort.

 

Hurrikan Zeta dringt in den Golf von Mexiko ein

Der Tropensturm Zeta hat südlich der Karibik Kurs auf die Yucatan-Halbinsel in Mexiko genommen. Meteorologen haben den Sturm mittlerweile zum Hurrikan der Kategorie 1 heraufgestuft (Windgeschwindigkeit zwischen 118 und 153 km/h). Im Laufe des Tages rechnet man mit einem nördlichen Kurs in Richtung Südküste der USA, direkt auf die Offshore-Plattformen der amerikanischen Ölproduzenten hinzu.

 

Die Ölförderung hatte sich erst von der Auswirkungen der vorherigen Hurrikans Sally und Delta erholt. Zeta wird zwar aller Voraussicht nicht das gleiche Zerstörungspotenzial erreichen, doch werden erste Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Plattformen werden evakuiert, was sich auf das Angebot auswirkt.

 

Man rechnet aktuell mit Produktionskürzungen von ca. 16% beim Rohöl (knapp 300.000 Barrel, á 159, Liter am Tag) und 6% bei der Gasproduktion. Beides leicht stützende Faktoren für die Ölpreise auch an deutschen Börsen. Nun muss abgewartet werden, wie gut sich Ölproduzenten auf den anstehenden Sturm vorbereitet haben und wie schnell die Produktion wieder aufgenommen werden kann.

 

Ausblick

Heizölhändler rechnen heute mit leicht höheren Preisen als noch am Montagmorgen. Man geht von einer Preisveränderung von ca. ±0,00 bis +0,15 Euro pro 100 Liter Heizöl.

Droht im neuen Jahr eine Ölschwemme?

26. Okt. 2020

Das fragile Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage ist durch die Corona-Pandemie heftig durcheinandergerüttelt worden. Zum einen bleibt der Ölbedarf coronabedingt schwach, nicht zuletzt weil die Beschränkungsmaßnahmen inzwischen wieder verschärft werden. Zum andern haben die Ölproduzenten der Welt zwar ihre Förderung seit Mai reduziert, um die schwindende Nachfrage aufzufangen, doch inzwischen steigen die Mengen wieder. Im neuen Jahr könnte es damit durchaus zu einer Überversorgung kommen, die die Preise wieder in den Keller schicken könnte.

 

Angebot und Nachfrage im Ungleichgewicht
Nach dem verheerenden Einbruch der Ölpreise im April trat die OPEC auf den Plan und verhandelte mit ihren Partnern eine Förderkürzung historischen Ausmaßes. Die beteiligten Länder erklärten sich bereit, ab Mai insgesamt 9,9 Millionen Barrel (à 159 Liter) täglich vom Markt zu nehmen. Die freiwilligen Produktionsbeschränkungen zeigten recht schnell die gewünschte Wirkung und da sich auch das Ölnachfragewachstum in den Sommermonaten recht schnell erholte, führte die Kombination aus mehr Nachfrage und weniger Öl zu einer Stabilisierung der Preise.

 

Die OPEC hob daraufhin im Juli ihre Förderquoten wieder etwas an und kürzte nur noch um 7,7 Millionen Barrel. Doch inzwischen hat sich die positive Stimmung des Sommers eingetrübt. Während die Nachfrageseite unter der heftigen zweiten Welle der weltweiten Covid-19-Infektionen leidet, fürchten die Marktteilnehmer von der Angebotsseite eine regelrechte Ölschwemme.

 

OPEC soll es richten

Zum einen steigt die Ölproduktion des OPEC-Mitglieds Libyen seit einigen Wochen schon rapide an. In dem bürgerkriegsgebeutelten Land waren seit Januar die Ölanlagen blockiert gewesen, so dass nur noch minimale Mengen gefördert werden konnten. Doch nun herrscht Waffenstillstand und die Ölproduktion nimmt wieder fahrt auf. Aktuelle Zahlen legen nahe, dass schon bis Ende November täglich etwa eine Millionen Barrel lybisches Öl auf den Markt gespült werden könnten.

 

Gleichzeitig will die OPEC zu Anfang Januar ihre Quoten – so wie im Frühjahr geplant – erneut anpassen. Damit würden zusätzlich zu den Mengen aus Libyen jeden Tag noch einmal 2 Millionen Barrel verteilt auf die restlichen OPEC-Länder kommen. Der Markt müsste dann ab Januar 3 Millionen Barrel Öl mehr als bisher verkraften, was die meisten Experten angesichts der fraglichen Nachfrageentwicklung als schwierig empfinden.

 

An den Ölmärkten wird die Forderungen einer Verschiebung der Quoten immer lauter, allerdings will man sich von offizieller Seite bei der OPEC noch nicht äußern. Allerdings sagte Russlands Präsident Putin am Freitag, es sei nicht ausgeschlossen, die Quotenanpassung nach hinten zu schieben. Russland ist der wichtigste Partner der OPEC und bildet gemeinsam mit Saudi-Arabien die Führung dieser als OPEC+ bekannten Gemeinschaft.

CO2-Preis für fossile Energieträger: Das sollten Sie jetzt wissen

24. Okt. 2020

Gas, Heizöl und Kraftstoffe betroffen

Mit Beginn des Jahres 2021 wird ein CO2-Preis auf fossile Energieträger erhoben. Damit werden Kraftstoffe an der Tankstelle, aber auch Gas und Heizöl für die Wärmeversorgung voraussichtlich teurer. Worauf müssen sich insbesondere Eigenheimbesitzer jetzt einstellen, und was können sie diesbezüglich tun? Das Institut für Wärme und Mobilität (IWO) hat die wichtigsten Antworten zusammengefasst.

 

Auf was wird der CO2-Preis angerechnet?

Auf fossile Energieträger wie Gas, Flüssiggas und Heizöl, aber auch auf fossile Kraftstoffe wie Benzin und Diesel wird ab 1. Januar 2021 eine zusätzliche Abgabe –die sogenannte CO2-Bepreisung – erhoben. Sie soll dazu beitragen, dass insgesamt weniger solcher Kraft- und Brennstoffe verbraucht werden und die so verursachten Treibhausgasemissionen sinken.

 

Wie hoch wird der CO2-Preis sein?

Grundsätzlich wird auf alle fossilen Energieträger der CO2-Preis erhoben. Für 2021 beträgt dieser 25 Euro pro Tonne CO2, das entspricht für Kraftstoffe wie Benzin rund 7 Cent pro Liter und für Diesel rund 8 Cent. Für Brennstoffe zur Gebäudeversorgung wird der Aufschlag beim Heizöl etwa 8 Cent pro Liter betragen, pro Kilowattstunde entspricht das etwa 0,75 Cent, bei Flüssiggas sind es ca. 0,65 Cent und bei Erdgas 0,55 Cent. Die Unterschiede hier sind also relativ gering.

 

Die Erhöhung des Heizölpreises aufgrund der CO2-Bepreisung liegen im Rahmen der gewohnten Preisschwankungen. Bezahlt ist die Abgabe bereits beim Mineralölhändler, so dass der Verbraucher einen Komplettpreis inklusive CO2-Preis bekommt. Foto: IWO

Was bedeutet das für meine Heizkosten?

Die CO2-Abgabe wird nicht von den Verbrauchern selbst entrichtet, sondern von den sogenannten Inverkehrbringern von Kraft- und Brennstoffen, vereinfacht gesagt also den Herstellern. Die Preissteigerungen, die ab dem 1. Januar zu erwarten sind, liegen im Rahmen der üblichen Preisschwankungen. Gerade Heizölkunden haben die Möglichkeit, je nach Füllstand ihrer Tankanlage Zeiten mit niedrigen Marktpreisen zur gezielten Bevorratung zu nutzen. Viele haben dies in den vergangenen Monaten bereits getan, da der Brennstoffpreis aktuell spürbar günstiger ist als in den vergangenen Jahren. Allerdings wird die CO2-Bepreisung in den kommenden Jahren weiter steigen, sodass es, neben dem wichtigen Klimaschutzaspekt, auch finanziell sinnvoll sein kann, Maßnahmen zur Verbrauchsminderung zu ergreifen.

 

Was können Hauseigentümerinnen und -eigentümer jetzt tun?

Eine erste Maßnahme, den CO2-Preis mit heimischen Mitteln zu kompensieren, ist das Energiesparen. Nicht jede kurze Strecke muss mit dem Auto zurückgelegt werden. Bei der Wärmeversorgung lassen sich durch bewusstes Heizen und Lüften unnötige Verbräuche vermeiden. Dazu gehört zum Beispiel ein moderates Absenken der Raumtemperatur und gezieltes Stoßlüften. Fenster sollten an kalten Tagen nicht längere Zeit „auf Kipp“ stehen. Gerade Besitzer einer älteren Heizung, die noch nicht mit effizienter Brennwerttechnik arbeitet, sollten jedoch anfangen, eine Modernisierung zu planen. Dabei ist es meist am günstigsten, beim bestehenden System zu bleiben. Wer seine Heizung auf moderne Öl-Brennwerttechnik modernisiert, spart zum Beispiel in der Regel mehr ein, als durch die zusätzliche CO2-Bepreisung an Kosten anfällt.

 

Was kann darüber hinaus getan werden?

Die Gebäudedämmung – zum Beispiel von Dach, Fassaden oder auch der Kellerdecken – ist eine wirkungsvolle Möglichkeit, den Energiebedarf eines Gebäudes zu senken, vor allem dann, wenn ohnehin Modernisierungsmaßnahmen anstehen. Eine weitere Option ist die Einbindung erneuerbarer Energie in die Wärmeversorgung. Wer eine moderne Brennwertheizung zu Hause hat, kann sie vergleichsweise einfach mit einer Solaranlage zu einer Hybridheizung erweitern und so noch mehr Brennstoff und Emissionen einsparen.

 

Können Kraft- und Brennstoffe künftig klimaschonender werden?

Auch herkömmliche Gebäude mit Ölheizung haben eine klimafreundliche Perspektive, denn: Langfristig wird auch der eingesetzte flüssige Brennstoff erneuerbar werden. „An erneuerbaren flüssigen Energieträgern wird mit Hochdruck gearbeitet, in vielen Demonstrationsprojekten werden sie bereits heute völlig problemlos in aktueller Heiztechnik eingesetzt“, berichtet dazu Adrian Willig, Geschä

Preisstatistik: Heizölpreise steigen nur langsam

23. Okt. 2020

Die Heizölpeise haben sich seit dem Einbruch im Frühjahr nicht nachhaltig erholen können – dies macht der statistische Preisvergleich deutlich. Auch wenn ein Teil des Preisverlustes in den Sommermonaten wieder eingeholt wurde, haben die Preise nun offenbar ein Plateau erreicht. Es könnte also noch eine ganze Zeit dauern, bis die Heizölpreise wieder auf dem Vor-Corona-Niveau angelangt sind.

 

Die kurzfristige Heizölpreisentwicklung zeigt, dass sich die Heizölpreise seit September etwa auf dem Niveau von Mai und Juni bei etwa 39 bis 41 Euro eingependelt haben. Zwar hat seit Mitte September ein leichter Aufwärtstrend eingesetzt, dieser ist allerdings im Vergleich eher flach und hat auch noch nicht dazu geführt, dass die vorläufigen Hochs von Ende Juni wieder erreicht wurden.

 

Die  Betrachtung der langfristigen Preisentwicklung, die auch die beiden Vorjahre mitberücksichtigt, zeigt, auf welch niedrigem Niveau die Preise sich nach wie vor befinden. Die Heizölpreise sanken im Frühjahr coronabedingt um fast 50 Prozent. Der höchste Jahreswert am 6 Januar betrug 69,87 Euro, der tiefste Wert am 28. April nur noch 35,39 Euro. Seitdem schwanken die Heizölpreise in einer Spanne von etwa 8 Euro.

Wer seinen Tank in diesem Jahr also noch nicht voll gemacht hat, sollte jetzt zuschlagen. Bis zum Ende des Jahres profitieren Verbraucher schließlich zum einen von der gesenkten Mehrwertsteuer, zum anderen von der erst ab Januar fälligen CO2-Steuer. Diese wird mit dem Beginn des neuen Jahres auch für Heizöl fällig und wird mit etwa 8 Cent pro Liter zu Buche schlagen.

 

Die genannten Heizölpreise beziehen sich stets auf den deutschlandweiten Durchschnittspreis bei einer Bestellung von 3.000 Liter Heizöl Standard schwefelarm inklusive 19% MwSt. bzw. seit 1.Juli 2020 16% MwSt. Außerdem fallen durch Transportkosten die Preise regional unterschiedlich aus. Die Preisspanne zwischen den Regionen kann daher momentan bei bis zu ca. 1,10 Euro pro 100 Liter liegen. Stand der Preise 23.10.2020

US-Ölbestandsdaten belasten Preise

22. Okt. 2020

Das amerikanische Energieministerium hat auch in dieser Woche wieder offizielle Zahlen zur Ölproduktion und den Vorratsmengen des Landes veröffentlicht. Da die USA der größte Ölverbraucher der Welt sind, werden die Daten von Marktteilnehmern weltweit genau betrachtet und haben oft unmittelbare Auswirkungen auf die Börsenkurse. Das aktuelle Zahlenwerk hat die börsengehandelten Rohölpreise erst einmal in den Keller geschickt.

 

Schwache Nachfrage bleibt Hauptproblem
Das Department of Energy (DOE) der USA meldet jeden Mittwoch die Rohölbestände des Landes, sowie die Vorräte an Benzin und Destillaten wie Heizöl und Diesel. Außerdem veröffentlich es Zahlen zur Nachfrageentwicklung, der Raffinerieauslastung im Land und auch der gesamten Ölproduktion der USA. Seit Corona die Ölnachfrage im Frühjahr hat einbrechen lassen, wird vor allem die Entwicklung dieser Daten genau beobachtet.

 

Im gestrigen Bericht meldete das DOE Abbauten bei Rohöl und auch bei Destillaten – eigentlich ein Aspekt, der die Preise tendenziell stützen würde. Doch schwerer wog für die Marktteilnehmer der deutliche Rückgang der Nachfrage, sowohl nach Heizöl und Diesel als auch nach Benzin. Vor allem der US-Benzinverbrauch war in den letzten Monaten zu einer Art Synonym für die Erholung von den Corona-Auswirkungen geworden, hatte sich doch die stark eingeschränkte Mobilität durch Lockdowns, Homeoffice und Schulschließungen deutlich niedergeschlagen. Jeder Rückgang der Benzinnachfrage schürt somit die Sorge vor neuen Einbrüchen.

 

Ausblick
Nach der Veröffentlichung der DOE-Bestandsdaten rutschten die börsengehandelten Rohölpreise entsprechend deutlich ab. Dies schlägt sich heute auch bei den Heizölpreisen im Bundesgebiet durch. Verbraucher können heute mit Preisnachlässen von durchschnittlich etwa -0,50 bis -0,70 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu gestern Morgen rechnen.

Kraftstoffpreise: Super E10 geht um 1,8 Cent zurück – Auch Diesel ist billiger als in der Vorwoche

21. Okt. 2020

München (ots)

Verbraucher können sich in dieser Woche über rückläufige Spritpreise freuen. Wie der ADAC ermittelt, kostet ein Liter Super E10 im Bundesdurchschnitt derzeit 1,220 Euro. Dies entspricht einem Rückgang von 1,8 Cent im Vergleich zur Vorwoche.

Auch beim Diesel ist in dieser Woche eine Verbilligung zu verzeichnen. Für einen Liter werden hier an den Zapfsäulen im bundesweiten Mittel 1,041 Euro fällig. Somit gibt es auch beim Diesel in dieser Woche einen Rückgang von 0,8 Cent im Vergleich zur vorherigen Woche. Die erhöhte Nachfrage nach Heizöl zur kälteren Jahreszeit hat einen Einfluss auf die Entwicklung des Dieselpreises.

Die Preisdifferenz beider Kraftstoffe verringert sich somit in dieser Woche weiter. Aktuell liegt sie bei 17,9 Cent. Die Preisgestaltung an den Tankstellen spiegelt die insgesamt ruhige Marktlage am Weltrohölmarkt wider. Die für die Entwicklung der Kraftstoffpreise relevanten Rohölnotierungen der Sorte Brent schwanken nach wie vor knapp oberhalb der 40-Dollar-Marke.

Der ADAC empfiehlt Autofahrern grundsätzlich, vor dem Tanken die Spritpreise zu vergleichen. Wer die teils erheblichen Preisunterschiede zwischen verschiedenen Tankstellen und Tageszeiten nutzt, kann viel Geld sparen. Laut Club ist Tanken in der Regel zwischen 18 und 22 Uhr am günstigsten. Unkomplizierte und schnelle Hilfe bietet die Smartphone-App „ADAC Spritpreise“. Ausführliche Informationen zum Kraftstoffmarkt und aktuelle Preise gibt es auch unter www.adac.de/tanken.

Pressekontakt:

ADAC Kommunikation
T +49 89 76 76 54 95
aktuell@adac.de

 

Quelle: https://www.presseportal.de/

Libyens Ölförderung wird zum Problem für die OPEC

21. Okt. 2020

Libyen ist das Land mit den größten Erdölvorkommen auf dem afrikanischen Kontinent. Allerdings war die Ölförderung aufgrund eines Bürgerkrieges zuletzt fast vollständig zum Erliegen gekommen. Doch nun herrscht seit einigen Wochen schon Waffenstillstand und Libyens Öl beginnt wieder zu sprudeln. Der Zeitpunkt könnte allerdings angesichts der Corona-Krise kaum ungünstiger sein.

 

Ölanlagen gehen wieder ans Netz
Seit Anfang des Jahres waren fast alle Ölanlagen Libyens, von Pipelines über Ölbohranlagen bis zu Verladehäfen, von bewaffneten Rebellen blockiert gewesen. Hatte die Förderung des Landes im Dezember noch etwa 1,7 Millionen Barrel (à 159 Liter) täglich betragen, sank sie im Juli auf nur noch 90.000 Barrel pro Tag.

 

Mit dem im August ausgehandelten Waffenstillstand wurden sukzessive auch die Blockaden an den libyschen Ölanlagen aufgehoben und seit einigen Wochen gehen immer mehr Ölfelder zurück ans Netz und die Förderung läuft wieder an. Vor einer Woche konnte schließlich auch das größte libysche Ölfeld, El Sharara, wieder in Betrieb genommen werden und dürfte in den nächsten Tagen eine Kapazität von 250.000 Barrel am Tag erreichen. Die Gesamtförderung des Landes läge damit bei mindestens 750.000 Barrel täglich.

 

Mehr Öl trotz schwacher Nachfrage – Ein Problem für die OPEC
Libyens steigende Ölförderung bedeutet, dass mehr Öl auf dem Weltmarkt zur Verfügung steht. Doch die schwache Corona-Nachfrage bleibt das große Sorgenkind an den Ölmärkten, denn sie erholt sich längst nicht so schnell, wie man noch im Sommer gehofft hatte. Noch mehr Öl führt damit zwangsläufig zu einer weltweiten Überversorgung, die sich belastend auf die börsengehandelten Rohölpreise auswirkt.

 

Dieser Problematik ist sich auch die Organisation Erdölexportierender Länder (OPEC) bewusst und hat schon im Frühjahr historische Förderkürzungen für ihre Mitglieder verhängt, um eine komplette Überversorgung aufzufangen. Damals fiel das bürgerkriegsgebeutelte Libyen als Ölproduzent kaum ins Gewicht, so dass das Land offiziell von den Kürzungen ausgenommen wurde. Die Wiederaufnahme der libyschen Bohrtätigkeit könnte die OPEC nun zum Handeln zwingen.

 

Eigentlich wollte das Produzentenbündnis ab Januar 2021 wieder 2 Millionen Barrel mehr pro Tag an Produktion zulassen. Doch möglicherweise wird diese Maßnahme erst einmal bis auf Weiteres verschoben, um Libyens zusätzliche Mengen aufzufangen. Das wirtschaftlich stark leidende Land ist auf die Einnahmen aus den Ölverkäufen dringen angewiesen und wird deshalb kaum dazu gezwungen werden können, die gerade erst wieder angelaufenen Ölindustrie wieder einzustampfen.

OPEC lässt sich nicht in die Karten schauen

20. Okt. 2020

Gestern tagte die OPEC gemeinsam mit ihren Partnern (OPEC+) per Videokonferenz und diskutierte über die aktuellen Förderkürzungen der Organisation. Diese wurden eingeführt um den Nachfrageeinbruch durch die Corona-Krise aufzufangen. Allerdings blieben die Ergebnisse ziemlich vage. Die OPEC+ will sich offenbar nicht in die Karten schauen lassen.

 

Keine konkreten Ergebnisse
Von besonderem Interesse war für die Marktteilnehmer gestern, ob die OPEC+ Aussagen zu der geplanten Anpassung der Fördermengen im Januar machen würde. Zur Zeit haben die Mitgliedsstaaten ihre Produktion freiwillig um insgesamt 7,7 Millionen Barrel (à 159 Liter) reduziert. Ab dem neuen Jahr soll diese Menge aber geringer werden und dann nur noch 5,8 Millionen Barrel betragen.

 

Allerdings wurde dieser Plan im Frühjahr geschmiedet, als man bis zum Ende des Jahres noch mit einer deutlich besseren Nachfrageerholung gerechnet hatte. Damals schien es wahrscheinlich, dass der Markt 2021 die etwa 2 Millionen Barrel an zusätzlichem Öl pro Tag gut verkraften würde. Doch nun hat sich der Ausblick ziemlich eingetrübt. Die Nachfrage nach Öl und Ölprodukten bleibt aufgrund der neuen Corona-Welle nach wie vor gering. Statt dessen kommen aus den eigenen Reihen der OPEC unerwartet höhere Ölmengen, denn Libyen hat nach dem Ende eines langwierigen Bürgerkrieges seine Ölproduktion wieder hochgefahren und könnte schon bald wieder bis zu 1,7 Millionen Barrel täglich fördern.

 

Droht die Überversorgung?

Die Marktteilnehmer befürchten nun, dass es aufgrund der stagnierenden Nachfrageerholung und der gleichzeitigen Produktionssteigerung der OPEC+ bald zu einer starken Überversorgung kommen könnte. Diese würde die Ölpreise wieder heftig unter Druck bringen, auch wenn ein plötzlicher Preissturz wie im Frühjahr, als die Preise zwischenzeitlich sogar ins Minus rutschten, ziemlich unwahrscheinlich ist.

 

Die Vorsitzenden des gestrigen Treffens, Saudi-Arabiens Energieminister Abdulaziz Bin Salman und sein russischer Amtskollege Alexander Nowak, betonten zwar, dass die OPEC+ alles nötige tun werde, um den Markt weiter unter Kontrolle zu halten, gaben aber keine konkrete Marschrute vor. Dies könnte sich aber schon nächsten Monat ändern, wenn die Organisation zu ihrer offiziellen Vollversammlung zusammenkommt. Experten halten es nach wie vor für wahrscheinlich, dass spätestens dann entschieden wird, die aktuellen Kürzungen auch über den Jahreswechsel hinaus beizubehalten.

OPEC muss Überversorgung verhindern

19. Okt. 2020

Eine heftige zweite Welle an Corona-Infektionen hält die Welt erneut im Würgegriff. Die Sorge an den Ölmärkten wächst, dass es wieder zu einem Preiseinbruch vergleichbar zum Frühjahr kommen könnte. Damals hatte die OPEC historisch hohe Produktionskürzungen beschlossen, um die schwindende Nachfrage auszugleichen und die Preise zu stabilisieren. Eigentlich sollten diese Kürzungen im Januar deutlich reduziert werden. Doch dies könnte sich nun als Fehler erweisen.

 

OPEC muss Entscheidungen treffen
Ab Mai kürzte die OPEC gemeinsam mit ihren Partnerstaaten rekordverdächtige 9,7 Mio. Barrel täglich. Dies entsprach einer Reduktion des weltweiten Ölangebotes um etwa 1,54 Mrd. Liter am Tag. So stark hatte die OPEC ihr Angebot noch nie zuvor reduziert und entsprechend zeigte die Maßnahme schnell Wirkung. Die Ölpreise stabilisierten sich in den Sommermonaten und trotz der Anpassung der Kürzungen auf 7,7 Mio. Barrel (à 159 Liter) im Juli brachen die Preise nicht erneut ein.

 

Der Plan der OPEC und ihrer Partner sah vor, die Kürzungen ab Januar erneut anzupassen und dann nur noch 5,7 Mio. Barrel täglich zu reduzieren. Doch nun könnte es nötig werden, diese im Frühjahr gefassten Pläne zu überdenken, denn nicht nur ist die Corona-Pandemie so präsent wie nie, auch aus den eigenen OPEC-Reihen steigt die Ölproduktion stärker an als erwartet.

 

Grund ist Libyen, dessen Ölproduktion seit Jahresbeginn wegen des heftigen Bürgerkrieges im Land nahezu lahmgelegt war. Das Land mit den größten Ölreserven Afrikas produzierte am Ende gerade mal noch 90.000 Barrel pro Tag (im Vergleich zu 1,7 Mio. Barrel im Vorjahr). Inzwischen herrscht Waffenstillstand in Libyen und die Ölproduktion nimmt wieder an Fahrt auf. In der vergangenen Woche soll das Land schon wieder 0,5 Mio. Barrel Öl produziert haben.

 

Damit kommt eine unerwartet große Menge an Öl auf den Weltmarkt, mit der die OPEC nicht gerechnet hat. Gleichzeitig stagniert die Nachfrageerholung bei steigenden Fallzahlen und Verschärfungen der Corona-Beschränkungen. Sollte die OPEC nun ihre Förderkürzungen ebenfalls lockern, würde sich aller Wahrscheinlichkeit nach ein Überangebot auf dem Weltmarkt ergeben, das die Ölpreise bedeutend unter Druck brächte.

 

Wichtige Vertreter der OPEC und ihrer Partner treffen sich heute zur Videokonferenz, um das weitere Vorgehen zu diskutieren. Die Marktteilnehmer erwarten sich davon mögliche neue Hinweise zu einer Verschiebung der Kürzungsanpassung im Januar. Eine endgültige Entscheidung wird allerdings wohl erst Ende November/Anfang Dezember getroffen, wenn die offizielle Vollversammlung stattfindet.