News rund ums Öl

Hoffnung auf Feuerpause in Gaza – US-Raffinerien vor Neustart – Heizöl etwas teurer

23. Feb. 2024

Bei den Ölpreisen waren am Donnerstag leichte Aufschläge zu beobachten. Die Atlantiksorte Brent legte um 64 Cent auf 83,67 Dollar je Barrel (a 159 Liter) zu, die US-Sorte West Texas Intermediate verteuerte sich um 70 Cent auf 78,61 Dollar je Barrel. Das Geschehen an den Ölmärkten war dabei einmal mehr vom Geschehen im Nahen Osten und der Situation auf der Angebotsseite geprägt.

Hoffnung auf Feuerpause
Wie gestern bekannt wurde, hat das Kriegskabinett des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu die Entsendung von Unterhändlern zu den heute in Paris stattfindenden Waffenstillstandsgesprächen gebilligt.

Dort bemühen sich Ägypten, Katar und die USA sich um eine Waffenruhe im Israel-Gaza-Krieg. Laut dem Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates der USA, John Kirby, gibt es Fortschritte in den Verhandlungen über eine Feuerpause und der Freilassung von Geiseln.

Netanjahu präsentiert Kabinett seinen Nachkriegsplan
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat Medienberichten zufolge dem Sicherheitskabinett seinen Plan für die Verwaltung des Gazastreifens nach dem Krieg vorgelegt. Dieser sieht die volle Sicherheitskontrolle über das gesamte Küstengebiet durch das israelische Militär vor.

In der Zwischenzeit kündigten die mit dem Iran verbündeten Huthi-Milizen im Jemen an, ihre Angriffe auf Schiffe im Roten Meer und in anderen Gewässern zu verstärken. Man habe „U-Boot-Waffen“ eingeführt, sagte der Anführer der Gruppe am Donnerstag.

Situation auf der Angebotsseite entspannt sich
Auf der Angebotsseite dürfte nach Einschätzung von Experten das Schlimmste bei den jüngst erfolgten Unterbrechungen erst einmal überstanden sein. Zwar seien die Fahrten durch das Rote Meer nicht sicherer geworden, aber die ersten für den Westen bestimmten Lieferungen aus Asien, die um Afrika herum umgeleitet wurden, seien jetzt in europäischen Häfen anzukommen. Von nun an dürften diese Ströme für einen stetigen Strom von Lieferungen sorgen.

US-Raffinerien nehmen Arbeit nach Unterbrechungen wieder auf
Unterdessen hat sich auch die nordamerikanische Produktion von den eisigen Temperaturen erholt, die im letzten Monat kurzzeitig zu einem Ausfall von bis zu 1 Million Barrel pro Tag geführt hatten.

So soll die Whiting-Raffinerie vom Energieriesen BP mit einer Kapazität von 435.000 Barrel pro Tag in Indiana, die größte Raffinerie im Mittleren Westen der USA, informierten Kreisen zufolge nach dem Stromausfall am 1. Februar jetzt im März wieder die volle Produktion aufnehmen.

Die Raffinerie von TotalEnergies in Port Arthur, Texas, mit einer Kapazität von 238.000 Barrel pro Tag arbeitet ebenfalls an der Wiederaufnahme der Produktion, obwohl sie nach einem wetterbedingten Stromausfall noch immer nur eingeschränkt in Betrieb ist.

Heizölpreis legt leicht zu
Nachdem die Notierungen für Gasöl, dem Vorprodukt für Diesel und Heizöl, heute Morgen einmal mehr leicht oben klettern, müssen Verbraucherinnen und Verbraucher im Bundesgebiet je nach Region etwa +0,15 bis +0,75 Euro pro 100 Liter mehr bezahlen als noch am Donnerstag.

Indien meidet zunehmend russisches Öl – China springt ein – Heizöl etwas teurer

22. Feb. 2024

Seit Europa nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine ein Embargo gegen russisches Rohöl und Ölprodukte verhängte und zudem die G7-Staaten eine Preisobergrenze festlegt hatten, ist es bei den russischen Ölströmen zu erheblichen Veränderungen gekommen.

So gingen im vergangenen Jahr etwa 45 bis 50% der russischen Lieferungen von Rohöl und Erdölerzeugnissen nach China, während der Anteil Indiens innerhalb von weniger als zwei Jahren von null auf etwa 40% hochschnellte.

Sanktionen beschleunigen Neuausrichtung Moskaus
Russland habe bereits damit begonnen, Beziehungen zu den Ländern des asiatisch-pazifischen Raums zu knüpfen, bevor der Westen nach dem Ausbruch des Ukraine-Konflikts im Februar 2022 Sanktionen gegen Moskau verhängte, bestätigte der stellvertretende russische Ministerpräsident Alexander Nowak Ende vergangenen Dezember.

Russische Exporte nach Indien brechen ein
Aufgrund der zuletzt abermals verschärften Sanktionen seitens der G7-Staaten, sind die indischen Einfuhren russischen Öl deutlich zurückgegangen. So belaufen sich die indischen Importe gemäß des Rohstoffdaten- und Analyseunternehmens Kpler zufolge im Februar auf etwa 119.000 Barrel pro Tag. Sie lagen damit deutlich unter den durchschnittlich 140.000 Barrel des letzten Jahres.

Öltanker „parken“ vor Malaysia und Südkorea
Indische Raffinerien sehen sich seit Ende letzten Jahres mit Schwierigkeiten beim Import russischen Öl konfrontiert, darunter Zahlungsprobleme und Meinungsverschiedenheiten über Rabatte.

Aufgrund der Unterbrechung der Lieferungen nach Indien befinden sich derzeit fast 15 Millionen Barrel Sokol, die für das Land bestimmt sind, auf Tankern, die vor den Küsten Malaysias und Südkoreas vor Anker liegen. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg jüngst berichtete, gibt es kaum Anzeichen dafür, dass sich die Schiffe bewegen.

China verdreifacht Importe der Ölsorte Sokol
Im Gegenzug nehmen Raffinerien in China, dem größten Ölimporteur der Welt, immer größere Mengen der russischen Ölsorte Sokol ab, die von ihren Kollegen in Indien aufgrund von Sanktionsbedenken weitgehend gemieden wird.

Bislang haben die überwiegend privaten Verarbeiter laut Kpler in diesem Monat durchschnittlich 168.000 Barrel Sokol pro Tag abgenommen. Das ist dreimal mehr als im Januar und deutlich mehr als die 53.000 Barrel, die im Jahr 2023 von China importiert wurden.

Chinesische Raffinerien decken sich günstig mit Rohöl ein
Damit zeigen sich die chinesischen Raffinerien trotz der zuletzt durchwachsenen Wirtschaftsdaten weiter von einem Aufschwung im Reich der Mitte überzeugt. Nachdem die staatlichen Raffinerien bereits im vergangenen Jahr Rekordmengen an Rohöl gekauft hatten, nutzen sie aktuell die niedrigen Preise und buchen aktiv Rohölladungen für die Lieferung im März und April.

Nachdem die Führung in Peking den Raffinerien für 2024 neue Quoten für Rohölimporte und Kraftstoffexporte zugestanden, füllten diese nun Informationen von Ölhändlern zufolge ihre Bestände auf, um sich für die erwartete stärkere Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte zu wappnen.

Leichte Aufschläge beim Heizöl
Nachdem die Notierungen für Gasöl, dem Vorprodukt für Diesel und Heizöl, heute Morgen weiter nach oben klettern, müssen Verbraucherinnen und Verbraucher im Bundesgebiet je nach Region etwa +0,20 bis +0,70 Euro pro 100 Liter mehr bezahlen als noch zur Wochenmitte.

Ölpreise geben trotz weiterer Eskalation im Roten Meer nach – Niedrigere Preise beim Heizöl

21. Feb. 2024

Die Ölpreise haben sich am Dienstag niedriger eingependelt. Brent und WTI-Öl gaben gegenüber dem Wochenauftakt um 1,5% bzw. 1,3% nach. Gegenüber der sich immer weiter verschärfenden Lage im Nahen Osten und im Roten Meer, gewannen damit die Sorgen um die weltweite Nachfrage bis auf weiteres erst einmal die Oberhand.

USA legen Veto ein – kein Waffenstillstand in Gaza
Die USA hatten gestern ihr Veto gegen einen Resolutionsentwurf des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen zum Krieg zwischen Israel und der Hamas eingelegt und blockierten damit die Forderung nach einem sofortigen humanitären Waffenstillstand.

Stattdessen drängten sie das Gremium darauf, einen vorübergehenden Waffenstillstand in Verbindung mit der Freilassung der von der Hamas festgehaltenen Geiseln zu fordern. Die UNO hatte davor gewarnt, dass ein Angriff „zu einem Gemetzel führen könnte“. 13 der 15 Ratsmitglieder stimmten für den Entwurf, Großbritannien enthielt sich.

Huthi-Angriffe beschädigen vier Schiffe
Unterdessen leidet die internationale Schifffahrt weiter darunter, dass die mit dem Iran verbündeten Huthi-Milizen, die die Palästinenser unterstützen, ihre Angriffe auf die Schifffahrtswege im Roten Meer und in der Straße von Bab al-Mandab verstärkt haben. Drohnen- und Raketenangriffe haben seit Freitag mindestens vier Schiffe getroffen.

Am Montag trafen zwei Anti-Schiffsraketen das Frachtschiff „M/V Sea Champion“, das einem US-Unternehmen gehört und unter griechischer Flagge fährt. Zudem traf eine Drohne das Frachtschiff „M/V Navis Fortuna“, das ebenfalls in US-Besitz ist und unter der Flagge der Marshallinseln fährt.

Militärallianz wehrt Drohnenangriffe ab
Zuvor hatten Kriegsschiffe und die US-Luftwaffe erneut Drohnen über dem Roten Meer und dem Golf von Aden abgeschossen. Das US-Zentralkommando (Centcom) meldete zehn Abschüsse vor der Küste des Jemen. Ein US-Zerstörer machte demnach eine Anti-Schiffsrakete unschädlich, die in seine Richtung abgeschossen worden sei.

Die französische Marine zerstörte unterdessen zwei Drohnen über dem Roten Meer. Die zwei dort stationierten Fregatten hatten in der Nacht zum Dienstag mehrere Drohnenangriffe aus dem Jemen festgestellt und nach Angaben des französischen Verteidigungsministeriums zwei Drohnen abgeschossen.

Fregatte Hessen auf dem Weg ins Rote Meer
Unterstützung für die vor Ort operierenden Verbände ist in Form der deutschen Fregatte „Hessen“ auf dem Weg. Diese ist zu einem geplanten EU-Militäreinsatz im Roten Meer ausgelaufen, um dort die Handelsschifffahrt gegen Angriffe der Huthi-Rebellen zu sichern. Das deutsche Kriegsschiff ist Teil der EU-Marinemission „Eunavfor Aspides“.

Heizölpreise geben nach
Angesichts der gestern schwächer tendierenden Kurse an den Rohölmärkten, ergeben sich bei den den Inlandspreisen moderate Preisabschläge. So kosten 100 Liter Heizöl im Bundesgebiet, je nach Region, etwa -0,90 bis -1,60 Euro weniger als noch am Dienstag.

Erdgaspreise rutschen weiter ab – DIW fordert Ausbaustopp für LNG – Heizölpreise ziehen weiter an

20. Feb. 2024

Während in den deutschen Vorgärten die ersten Frühlingsboten aus dem Winterschlaf erwachen, ziehen Meteorologen erste Bilanzen zum aktuell noch herrschenden Winter. Dieser ist ihrer Meinung nach bislang im Vergleich mit dem langjährigen Mittel viel zu warm und viel zu nass ausgefallen. Für die Verbraucher von Heizöl und Erdgas war es ein vergleichsweise günstiger Winter.

Erdgaspreise setzen Abwärtstrend fort
Erst gestern sind die Erdgaspreise einmal mehr um nahezu 5% abgerutscht. Mit weniger als 24 Euro pro Megawattstunde lagen sie um mehr als die Hälfte unterhalb des Niveaus des Vorjahresmonats. Im Februar 2023 hatte der Erdgaspreis knapp unter 60 Euro gelegen. Angesichts der Tatsache, dass die Speicherbestände in der Europäischen Union mit 65,4% derzeit noch über dem Durchschnitt liegen, hält das Deutsche Wirtschaftsinstitut (DIW) den geplanten Ausbau der LNG-Infrastruktur nicht länger für notwendig

Keine Gasmangellage im Winter 2023/24
In seiner gestern veröffentlichten Publikation verweist das Institut darauf, dass sich zwei Jahre nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine die Erdgasmärkte in Deutschland stabilisiert hätten. Trotz der gesunkenen Importe aus Russland sei auch im Winter 2023/24 weder die Versorgung gefährdet noch die Speicher unzureichend befüllt gewesen. Eine Gasmangellage, mit der der beschleunigte Ausbau von Flüssigerdgas (LNG)-Infrastruktur seit dem Sommer 2022 gerechtfertigt wird, habe zu keinem Zeitpunkt bestanden

Angesichts zu erwartender rückläufiger Erdgasverbräuche in Deutschland und der Stabilisierung der Versorgung scheint den Verfassern des Reports angebracht, die im LNG-Beschleunigungsgesetz angedachten Vorhabenstandorte auf den Prüfstand zu stellen. Dabei sollte die Bundesregierung von der Entwicklung landseitiger LNG-Terminals absehen und die schwimmenden Regasifizierungsanlagen neu bewerten. Aus Klimaschutzperspektive sei weiterhin Energieeffizienz und proaktives Gassparen wichtig.

Marktsituation in Deutschland und Europa normalisiert
Die Kombination aus weiterhin rückläufiger Gasnachfrage, diversifiziertem Angebot und umfangreichen Speicherkapazitäten sorgte nach Einschätzung des DIW dafür, dass sich die Gasversorgung in Deutschland auch im Winter 2023/24 entspannte. Der Erdgasverbrauch in Deutschland sei 2023 gegenüber dem Vorjahr weiter leicht gesunken und liege erheblich unter dem Durchschnitt der Jahre 2018 bis 2021.

Ein deutlicher Indikator für die Entspannung auf den Märkten sieht das DIW in den sinkenden Erdgaspreisen. Diese seien in Deutschland und europaweit seit Ende 2022 stark rückläufig und hätten sich inzwischen in der Größenordnung der Vorkriegsphase eingependelt.

Füllstände bis zum nächsten Winter wieder nahe 100%
Die aktuellen Füllstände reichten zudem aus, um in den möglicherweise sehr kalten Monaten Februar und März 2024 sowohl Deutschland als auch Osteuropa ausreichend zu versorgen. Daher ist nach Einschätzung des DIW zu erwarten, dass die Kapazitäten zum Winterbeginn 2024/25 wieder komplett aufgefüllt werden können. Der Verband der Betreiber von Gas- und Wasserstoffspeichern INES bestätigt in einem Update vom 16. Januar 2024 ebenfalls, dass eine Gasmangellage auch bei extremer Kälte nicht absehbar ist und die Gasspeicher bis zum nächsten Winter wieder vollständig gefüllt werden können.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den bestehenden Importkapazitäten für LNG. Trotz konstant hoher Speicherfüllstände über das Jahr 2023 hinweg wurden nur etwa zwei Drittel der Ende Januar 2024 bestehenden zentraleuropäischen Kapazitäten in Anspruch genommen, in Deutschland betrug die Auslastung etwa 50 Prozent.

Fazit: LNG-Infrastrukturausbau ist nicht erforderlich
Vor diesem Hintergrund zeigen sich die Autorinnen der Publikation in ihrem Fazit davon überzeugt, dass ein überdimensionierter LNG-Infrastrukturausbau nicht erforderlich sei, um eine potenzielle Gasmangellage zu vermeiden und er sollte daher nicht weiterverfolgt werden.

Heizölpreise reagieren mit Aufschlägen 
Nachdem die Notierungen für Gasöl, dem Vorprodukt für Diesel und Heizöl, gestern weiter nach oben kletterten, müssen Verbraucherinnen und Verbraucher im Bundesgebiet je nach Region etwa +0,75 bis +1,25 Euro pro 100 Liter mehr bezahlen als noch zum Wochenauftakt.

 

Nachfragesorgen überlagern Spannungen im Nahen Osten – Heizölpreise kaum verändert

19. Feb. 2024

Die Ölmärkte legen zum Wochenauftakt im frühen Handel eine Atempause ein, nachdem mit Brent und WTI die beiden wichtigsten Ölsorten am Freitag auf dem höchsten Stand in diesem Jahr ins Wochenende gegangen waren. Rohöl der Sorte Brent notiert am Montagmorgen wieder unter der Marke von 83 Dollar pro Barrel (a 159 Liter), nachdem es in den letzten zwei Wochen um fast 8% gestiegen war.

Nach Hisbollah-Ankündigung: Spannungen im Nahen Osten nehmen weiter zu
Die Ölpreise hatten sich noch am Freitag gut unterstützt gezeigt, nachdem der Chef der Hisbollah, Hassan Nasrallah, erklärt hatte, dass die Gruppe ihren Kampf mit Israel eskalieren werde. Etwa zum selben Zeitpunkt hatte Israel  angekündigt, eine Bodenoffensive im Gebiet um den Grenzort Rafah im Gazastreifen zu starten, falls die Geiseln nicht vor Mitte März freigelassen werden. Beide Ankündigungen erhöhten zum Wochenschluss die geopolitischen Spannungen in einer Region, auf die etwa ein Drittel der weltweiten Ölproduktion entfällt.

Nach weiterer Huthi-Attacke: US-Luftwaffe fliegt wieder Angriffe
Am Wochenende hielten die Spannungen im Nahen Osten an, nachdem israelische Angriffe das zweitgrößte Krankenhaus im Gazastreifen außer Betrieb gesetzt hatten. Zudem hatten sich die mit dem Iran verbündeten Huthi-Milizen im Jemen zu einem Angriff auf einen nach Indien fahrenden Öltanker bekannt. Bei fünf Luftschlägen am Sonntagnachmittag durch US-Truppen sei unter anderem erstmals eine Unterwasser-Kampfdrohne der Huthi vernichtet worden, erklärte das Pentagon in Washington. Getroffen wurden demnach zudem drei Marschflugkörper und eine Schwimmdrohne.

EU startet Militäroperation im Nahen Osten
Die Außenminister der EU-Staaten wollen heute in Brüssel den Start des neuen Militäreinsatzes zur Sicherung der Handelsschifffahrt im Nahen Osten beschließen. Vorrangiges Ziel ist der Schutz von Handelsschiffen vor Angriffen der militant-islamistischen Huthi aus dem Jemen.

Ölnachfrage: Unsicherheit über weitere Entwicklung
Obwohl also die nach wie vor äußerst angespannte politische und militärische Situation im Nahen Osten für weiteres Aufwärtspotenzial bei den Ölpreisen spricht, blickt man an den Rohstoffmärkten zum Wochenbeginn auch wieder verstärkt darauf, wie sich kurz- und mittelfristig die Nachfrageaussichten beim Rohöl entwickeln werden. Und hier lassen sich durchaus einige Argumente für eher wieder fallende Notierungen finden.

Nach Inflationszahlen: Spätere Zinswende stärkt Dollar und verteuert Ölkäufe
So hatten am Freitag deutlich höher als erwartete Erzeugerpreise in den USA die Befürchtung geschürt, dass eine hartnäckige Inflation und höhere Zinssätze das Wachstum des Kraftstoffverbrauchs beim weltweit größten Ölverbraucher, begrenzen könnten.

Die zum Wochenschluss gemeldeten Inflationszahlen bestärkte an den Finanzmärkten zudem die Einschätzung, dass es die US-Notenbank nicht eilig haben wird, die Zinsen zu senken. Hohe Zinssätze stützen den US-Dollar, verteuern den Ölkauf für alle Länder außerhalb des Dollarraums und sorgen damit für einen Abwärtsdruck am Markt.

Wie geht es in China weiter?
Die Internationale Energieagentur wies letzte Woche darauf hin, dass die Ölmärkte das ganze Jahr überversorgt sein könnten, zudem warf die schwache Wirtschaft Chinas Fragen zum Verbrauch auf. Die Märkte werden deshalb genau beobachten, in welche Richtung sich die Nachfrage aus China entwickelt, nachdem die Menschen im Reich der Mitte heute aus den einwöchigen Festivitäten anlässlich des chinesischen Neujahrsfests an ihre Arbeitsplätze zurückkehren.

Heizölpreise kaum verändert
Der am Montagmorgen bislang zu beobachtende eher ruhige Handelsverlauf an den Ölmärkten spielt sich bislang auch in der Preisentwicklung wider. Nach der aktuellen Entwicklung von Gasoil, dem Vorprodukt von Diesel und Heizöl, wird der rein rechnerische Inlandspreis für Heizöl zum aktuellen Zeitpunkt bei ca. ±0,00 bis -0,70 Euro je 100 Liter gegenüber Freitagvormittag erwartet.

Ukraine-Krieg: EU will Sanktionen ausweiten – Russische Schattenflotte schrumpft – Heizöl moderat teurer

16. Feb. 2024

Unmittelbar vor dem zweiten Jahrestag des Kriegsbeginns zwischen der Ukraine und Russland am 24. Februar, liegen in Brüssel offenbar erneut Pläne auf dem Tisch, beim 13. Sanktionspaket einen Schritt weiterzugehen. Erstmals sollen dabei auch Unternehmen aus Drittstaaten ins Visier genommen werden, die im Verdacht stehen, europäische Elektronikgüter nach Russland weiterzuverkaufen.

13. Sanktionspaket: Umgehung der Sanktionen soll bekämpft werden
Die Vereinigten Staaten und die EU haben diese Woche zusammen mit Partnern in Brüssel die Möglichkeit erörtert, vor dem zweiten Jahrestag der russischen Invasion in der Ukraine „robuste“ neue Sanktionen gegen Russland zu verhängen, sagte ein hochrangiger US-Beamter gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Bei dem Treffen zogen die USA, die EU, das Vereinigte Königreich und andere Partner eine Bilanz der bisherigen Sanktionen. Neue Maßnahmen könnten eine strengere Durchsetzung der Sanktionen und die Bekämpfung der Umgehung von Sanktionen beinhalten.

Verschärfte Sanktionen zeigen Wirkung
Die USA haben die Durchsetzung der Sanktionen seit Herbst 2023 verschärft, was dazu geführt haben soll, dass ein beträchtlicher Teil der sogenannten „Schattenflote“, die russische Öllieferungen verschleiern soll, außer Betrieb gesetzt wurde. Von den 50 Öltankern, die seit letztem Oktober den US-Sanktionen unterliegen, habe etwa die Hälfte den Transport von Öl aus Russland eingestellt, berichtete die US-Nachrichtenagentur Bloomberg in dieser Woche. Dies bestätige, so die Agentur, dass die Verschärfung der Restriktionen Druck auf Moskau ausübe.

Indische und chinesische Unternehmen im Visier der EU
Unabhängig davon erwägt die EU Sanktionen gegen chinesische und indische Unternehmen wegen ihrer Handelsbeziehungen zu Russland. Sollte der Vorschlag von allen EU-Mitgliedstaaten unterstützt werden, wäre dies das erste Mal, dass die EU Geschäfte mit chinesischen und indischen Unternehmen wegen deren Verbindungen zu Russland verbietet.

Russisches Erdöl geht nahezu komplett nach Indien und China…
Durch das Einfuhrverbot der EU für Russisches Öl und die von den G7 festgelegte Preisobergrenze war Russland gezwungen, neue Abnehmer zu finden. Da die EU Russlands bisher wichtigster Erdölabnehmer war, orientierte sich Moskau in den letzten Jahren verstärkt nach Asien, insbesondere nach China und Indien, um sein Rohöl zu verkaufen.

Ende letzten Jahres hatte der stellvertretende russische Ministerpräsident Alexander Novak erklärt, dass China die Hälfte aller russischen Rohölexporte im Jahr 2023 abnehme und Indien dicht dahinter liegen würde. In der Tat gehen inzwischen 45% bis 50% der russischen Öl- und Treibstoffexporte ins Reich der Mitte, während Indien etwa 40% abnimmt.

…und gelangt auf europäische Märkte
Der Anstieg ist besonders bemerkenswert für Indien, wohin Russland bis 2022 fast gar kein Öl exportierte. Jetzt ist es der führende Lieferant des Subkontinents. In Indien raffiniertes russisches Öl gelangt dabei in großen Mengen an die europäischen Märkte, zum Beispiel als Heizöl, Benzin oder Diesel. Ehrlicherweise muss man in diesem Zusammenhang zugeben, dass Europa sogar auf diese Lieferungen angewiesen ist. Denn käme gar keine russisches Öl auf den Weltmarkt, das Angebot würde sich verknappen und die Preise weltweit steigen.

Leichte Aufschläge beim Heizöl
Nachdem die Notierungen an den Rohölmärkten gestern deutlich zulegen konnten, wirkt sich dieses Plus auch auf die Heizölpreise aus. Verbraucherinnen und Verbraucher im Bundesgebiet müssen je nach Region etwa +0,30 bis +0,90 Euro pro 100 Liter mehr bezahlen als noch am Donnerstag.

Überraschend hohe US-Ölvorräte – Lage im Roten Meer verschärft sich – Heizöl deutlich günstiger

15. Feb. 2024

Die Rohölpreise konnten am Mittwoch ihre Vortagesgewinne nicht verteidigen. Vor allem die stärker als erwartet gestiegenen US-Rohölvorräte sowie die eher vage Nachricht über eine ernsthafte Bedrohung der nationalen Sicherheit der USA lasteten auf der Stimmung an den Ölmärkten.

Die Atlantiksorte Brent verbilligte sich angesichts der Meldungen um 1,4% auf 81,60 Dollar, die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 1,6% auf 76,64 je Barrel (a 159 Liter).

Hoher Anstieg der US-Rohöllagerbestände
Die Energy Information Administration (EIA) hatte gestern gemeldet, dass die US-Rohöllagerbestände in der Woche bis zum 9. Februar um 12 Millionen Barrel auf 439,5 Millionen Barrel gestiegen sind. Damit wurden die Erwartungen der Analysten, die einen Anstieg um lediglich 2,6 Millionen Barrel erwartet hatten, weit übertroffen. Die Zahlen sorgten für eine wachsende Skepsis im Hinblick auf den Zustand der US-Wirtschaft.

Nach US-Angriffen: Huthi setzen Attacken im Roten Meer wieder fort
Unterdessen haben die jemenitischen Huthi-Milizen ihre Attacken auf die Schifffahrt im Roten Meer trotz der in der vergangenen Woche erfolgten Luftangriffe der USA und des Vereinigten Königreichs fortgesetzt.

Weitere Reederei ändert Transportroute
Die auf den Transport von Rostoffen spezialisierte Reederei Star Bulk Carriers Corp. hatte gestern bekannt gegeben, nach den jüngsten Angriffen der Huthi auf zwei ihrer Schiffe nicht mehr durch das Rote Meer fahren zu wollen.

Den Angaben des Unternehmens zufolge, sei es zur Zielscheibe geworden, weil es in den USA börsennotiert ist. Trotz einer erhöhten Bedrohung für Schiffe mit US-Verbindungen, hatte Star Bulk die beiden unter Beschuss geratenen Schiffe aus rechtlichen Gründen nicht umleiten können.

Der Vorstandsvorsitzende von Star Bulk, Petros Pappas, erklärte gestern in einer Pressekonferenz, dass man künftig den Suezkanal nicht mehr passieren werde, da das Unternehmen als in den USA registrierte Aktiengesellschaft offensichtlich ein Ziel der Huthi sei.

Huthi feuern auf Schiff mit Fracht für Iran
Die bisherigen Beobachtungen, dass die Huthi bei ihren Angriffen im wahrsten Sinne des Wortes auch einmal über ihr Ziel hinausschießen, sind bereits am Montag durch einen kuriosen Vorfall bestätigt worden. Denn die zu Star Bulk gehörende MV Star Iris, auf die zwei Raketen abgefeuert wurden, ist zum einen auf den Marshallinseln registriert. Zum anderen hatte das Getreide transportierende Schiff die iranische Hafenstadt Bandar Imam Khomeini als Zielort.

Schiffsverkehr im Roten Meer deutlich zurückgegangen
Angesichts solcher Nachrichten ist es leicht nachvollziehbar, dass seit Beginn der Huthi-Angriffe ab Mitte November die meisten Handelsschiffe – und praktisch alle mit direkten Verbindungen zu den USA, dem Vereinigten Königreich und Israel – die Durchfahrt durch die Meerenge von Bab El-Mandeb eingestellt haben.

Frachtaufkommen im Roten Meer um 80% gesunken
Wie das in Kiel beheimatete Institut für Weltwirtschaft (IfW) in der letzten Woche mitgeteilt hatte, lag das Frachtaufkommen im Roten Meer und im Suezkanal im Januar um 80% niedriger als vor der Krise.

Den Angaben des Instituts zufolge, verzögern sich die Ankünfte in den Häfen in Süd- und Nordeuropa deutlich. So legten in Hamburg und Bremerhaven sowie in Rotterdam und Antwerpen im Januar 25% weniger Schiffe an als im Durchschnitt des vergangenen Jahres.

Heizölpreise geben nach
Angesichts der nachgebenden Kurse an den Rohölbörsen, ergeben sich heute bei den den Inlandspreisen Preisabschläge. So kosten 100 Liter Heizöl im Bundesgebiet, je nach Region, etwa -2,75 bis -3,35 Euro weniger als noch zur Wochenmitte.

Norwegen: Russland zielt auf Europas Energieversorgung – Abschläge bei den Heizölpreisen

14. Feb. 2024

Seit dem 22. Januar führt die NATO  ihr größtes Manöver seit vielen Jahrzehnten durch. 90.000 Soldaten sind an der bis Ende Mai laufenden internationalen Übung mit dem Namen „Steadfast Defender“ (Standhafter Verteidiger) beteiligt.

Norwegen spielt zentrale Rolle in Verteidigungsstrategie der NATO…
Im Rahmen des Großmanövers wird ein russischer Angriff auf alliiertes Territorium als Bedrohungsszenario angenommen. Seitdem Finnland der Nato beigetreten und Schweden auch bald Mitglied ist, spielt Norwegen eine zentrale Rolle in der Verteidigungsstrategie an der Nordflanke des Bündnisses.

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs hat das norwegische Militär seine Aktivitäten im Nordatlantik deutlich verstärkt. In dem Gebiet patrouillieren mehr norwegische Kriegsschiffe als früher und Beobachtungsflugzeuge halten Ausschau nach russischen U-Booten.

und in der Energieversorgung nach Deutschland…
Die Skandinavier sind vor allem deshalb ein wichtiges potenzielles Ziel für Moskau, da das Land Russland als größten Energielieferanten in Europa abgelöst hat.

So war Norwegen im vergangenen Jahr Deutschlands wichtigster Erdgaslieferant. Sein Anteil belief sich auf 43% der Gasimporte. Das neue Rekordhoch war dabei auf eine neue Verbindung nach Dänemark zurückzuführen, durch die die gesamte Exportkapazität erhöht wurde.

…sowie für das restliche Europa
Aber nicht nur nach Deutschland, sondern die norwegischen Lieferungen über Pipelines nach Europa insgesamt erreichten im Dezember ein Allzeithoch. Neben Deutschland leiten die Skandinavier ihr Gas in erster Linie zu Empfangsterminals in Großbritannien, Frankreich und Belgien sowie über Dänemark nach Polen.

Norwegischer Verteidigungsminister: Die Lage ist ernst!
Die Spannungen zwischen Russland und der NATO haben zuletzt deutlich an Schärfe gewonnen. Am Montag hatte Moskau Berichten zufolge zwei nuklearfähige Bomber in die Norwegischen See entsandt, woraufhin die NATO mit dem Einsatz von Kampfjets reagierte.

Ebenfalls am Montag bestätigte der norwegische Verteidigungsminister Bjørn Arild Gram vor Reportern auf einer Geheimdienstkonferenz, dass die derzeitige Sicherheitslage ernst sei. „In Europa ist ein Invasionskrieg im Gange. Wir stehen an einem Scheideweg“, stellte Gram fest.

Armeechef: Es bleibt nicht mehr viel Zeit!
Eirik Kristoffersen, Oberbefehlshaber der norwegischen Streitkräfte, schätzt die Gefahr eines Angriffs auf Norwegen als nicht akut ein. Er betonte dabei allerdings auch, dass man nicht mehr viel Zeit habe. Bereits im August des vergangenen Jahres hatte Moskau das skandinavische Land als „unfreundlichen Staat“ eingestuft.

Norwegens Öl- und Gasanlagen durch russische Angriffe gefährdet
Lars Christian Aamodt, Leiter der nationalen Sicherheitsbehörde, erklärte gestern in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters, dass er die Öl- und Gasanlagen des Landes durch russische Angriffe gefährdet sehe.

„Ich bin besorgt über die Abhängigkeit, und es besteht kein Zweifel daran, dass Europa immer abhängiger von norwegischem Gas wird“, betonte Aamodt. „Sobald die Abhängigkeit zunimmt, werden auch die Bedrohung und das Risiko steigen“, ergänzte e er.

Aamodt erklärte, die Öl- und Gasanlagen des Landes seien anfällig für Sabotageangriffe aus dem Internet, und verwies auf die laufende Überwachung der Energieinfrastruktur des Landes durch Russland.

Im vergangenen Oktober hatte Norwegen nach einem mutmaßlichen Sabotageakt an einer Gaspipeline zwischen Finnland und Estland in der Ostsee damit begonnen, die Sicherheitsmaßnahmen rund um seine Öl- und Gasinfrastruktur zu erhöhen.

Heizölpreise geben nach
Angesichts der heute Morgen schwächer tendierenden Kurse an den Rohölmärkten, ergeben sich bei den den Inlandspreisen moderate Preisabschläge. So kosten 100 Liter Heizöl im Bundesgebiet, je nach Region, etwa -0,95 bis -1,75 Euro weniger als noch am Dienstag.

Lösung für Gaza in Sicht? US-Ölindustrie vor neuem Rekordjahr – Heizöl kaum verändert

13. Feb. 2024

Nach dem kräftigen Anstieg in der letzten Woche, haben die Ölpreise am Montag erst einmal eine Pause eingelegt.

Die Atlantiksorte Brent gab leicht um 0,2% auf 82 Dollar pro Barrel nach, nachdem sie in der vergangenen Woche um 6,3 % gestiegen war, während die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) nach dem sechsten Tag in Folge nach leichten Zugewinnen nahe 77 Dollar gehandelt wurde.

Diplomatische Lösung für Krieg im Gazastreifen in Sicht?
Die Ölmärkte wurden zum Wochenauftakt zeitweise von der Meldung bewegt, dass sich der Konflikt zwischen Israel und der Hamas aus seiner diplomatischen Sackgasse befreien könnte.

Demnach hat der iranische Außenminister Hossein Amirabdollahian in den letzten Tagen Gespräche mit hochrangigen Vertretern der Hamas in Beirut geführt. „Die Entwicklungen im Gazastreifen bewegen sich auf eine diplomatische Lösung zu“, sagte Amirabdollahian, ohne einen genauen Zeitpunkt zu nennen.

Am Wochenende führte das israelische Militär eine Reihe von Angriffen im Gazastreifen auf Ziele in der südlichen Stadt Rafah durch. Premierminister Benjamin Netanjahu hatte am Sonntag erklärt, dass Zivilisten vor einer Militäroperation in Sicherheit gebracht würden.

Israel erklärt Kampfhandlungen in  Süd-Gaza für abgeschlossen
Gestern überraschte das israelische Militär dann mit der Erklärung, es habe eine „Reihe von Angriffen“ auf den südlichen Gazastreifen durchgeführt, die nun „abgeschlossen“ seien. Noch vor einigen Tagen hatte der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu einen Waffenstillstandsvorschlag der Hamas abgelehnt.

Weiteres Rekordjahr für US-Ölproduktion erwartet
Neben dem Lichtstreif am Horizont des Nahen Ostens stabilisierte die Meldung von einem erneuten Angebotswachstum der US-Ölindustrie die Ölpreise.

Pipelinebetreiber Plains All American Pipeline hatte bei der Präsentation seiner Ergebnisse für das vierte Quartal bekanntgegeben, dass die US-Produktion bis Ende 2024 um fast 5% auf 6,4 Mio. Barrel pro Tag steigen werde. Demnach soll die Ölförderung im Bereich des Permian Basin in West Texas und New Mexico, die den USA im vergangenen Jahr zu einem noch nie dagewesenen Exportvolumen verholfen hat, in diesem Jahr ein neues Rekordniveau erreichen.

Effizienssteigerungen gehen weiter
Das Wachstum soll aufgrund von Bohreffizienzen erfolgen, auch wenn die Anzahl der Bohrtürme stabil bleibt, bzw. leicht rückläufig sein sollte. „Was vor einem Jahr noch 330 Bohrtürme förderten, erledigen jetzt wahrscheinlich 300“, hatte der Finanz-Chef von Plains All American Pipeline in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg bekanntgegeben.

Im vergangenen Jahr war die US-Ölproduktion auf ein neues Rekordhoch gestiegen, was wiederum den Druck auf die OPEC so stark erhöhte, dass diese die Produktion einschränken musste, um die Weltmarktpreise für Rohöl auf einem für das Öl-Kartell einigermaßen auskömmlichen Niveau zu halten.

Heizölpreise kaum verändert
Der zu Wochenbeginn zu beobachtende eher ruhige Handelsverlauf an den Ölmärkten spielt sich heute bislang auch in der Preisentwicklung wider. Nach der aktuellen Entwicklung von Gasoil, dem Vorprodukt von Diesel und Heizöl, wird der rein rechnerische Inlandspreis für Heizöl zum aktuellen Zeitpunkt bei ca. +0,05 bis +0,65 Euro je 100 Liter gegenüber dem Wochenstart erwartet.

Ölpreise machen Verluste wieder wett – Reedereien warnen vor Dauerkrise – Heizöl moderat teurer

12. Feb. 2024

Für Heizölkäufer stellt die aktuelle Entwicklung an den Ölmärkten eine Belastung für deren Geldbeutel dar. In der letzten Woche war es den Ölmärkten gelungen, die in der Vorwoche erlittenen Kursverluste nahezu wieder wettzumachen.

Nach einem Wochenstart bei rund 77 Dollar pro Barrel, beendete die Atlantiksorte Brent den Handel am Freitag bei 82 Dollar, während die US-Ölsorte West Texas Intermediate (WTI), nach einem Wochenstart unter 72 Dollar, am Freitag über die Marke von 77 Dollar kletterte.

Absage an Waffenstillstand lässt Ölpreise steigen
Die größten Preissprünge nach oben kamen in der zweiten Wochenhälfte zustande, nachdem sich immer mehr abzeichnete, dass es doch nicht zu dem erhofften Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas kommen würde. Letztlich bestätigte der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu einmal mehr, dass es für ihn „keine andere Lösung als den totalen Sieg“ gebe.

Lage im Roten Meer spitzt sich weiter zu
Angesichts der sich wieder verschärfenden Lage im Nahen Osten nahmen auch die Sicherheitsbedrohungen für die kommerzielle Schifffahrt im Roten Meer nicht ab, sondern drohten weiter zu eskalieren.

Reedereien: Unterbrechungen von bis zu einem Jahr möglich
Nach Einschätzung einiger der größten Reedereien der Welt könnten die Unterbrechungen des Seehandels voraussichtlich bis zu einem Jahr andauern.

Viele Container- und Tankschifffahrtsunternehmen meiden die Route Suezkanal via Rotes Meer und leiten ihre Schiffe über das Kap der Guten Hoffnung in Afrika um, seit die vom Iran unterstützte jemenitische Huthi-Miliz Anfang des Jahres ihre Raketenangriffe auf Handelsschiffe im Golf von Aden, in der Straße von Bab el-Mandeb und im Roten Meer eskalieren ließen.

Nach Einschätzung des Vorstandsvorsitzenden (CEO) des dänischen Containerlogistikunternehmens A.P. Moller-Maersk, Vincent Clerc, hat sich die Situation zuletzt weiter zugespitzt.

Der Chef der weltweit zweitgrößten Containerreederei betonte, dass „Dauer und Ausmaß der Störung im Roten Meer weiterhin mit großer Unsicherheit behaftet sind, wobei die Dauer von einem Quartal bis zu einem ganzen Jahr in der Prognosespanne reicht.“

Keine Phase der Stabilität erkennbar
NORDEN A/S, eine große dänische Massengutreederei bestätigte Ende letzter Woche ebenfalls, dass sich die Situation im Roten Meer zu verschärfen scheint.

„Man braucht eine deeskalierende Situation, und wir sind noch nicht an diesem Punkt“, sagte CEO Jan Rinbo. Um wieder durchfahren zu können, müsse es Anzeichen für eine Phase der Stabilität geben, ergänzte Rinbo und fügte hinzu: „Wenn überhaupt, dann scheint alles nur zu eskalieren“.

Anfang letzter Woche hatte der japanische Schifffahrtsriese Mitsui OSK Lines gewarnt, dass sich die Unterbrechungen im Schiffsverkehr bis zu einem Jahr hinziehen könnten. Angesichts dieser Aussage sind die Erwartungen an lediglich kurzfristige Unterbrechungen rapide gesunken.

Die Risikowahrnehmung der Reedereien ist wichtig, denn sie bestimmt, wann die Schiffe in die Region zurückkehren. Alle Reeder erklärten, dass sie ihre Schiffe so lange umleiten werden, bis es sicher ist, das Rote Meer zu befahren.

JPMorgan: Anstieg auf nahe 90 Dollar möglich
Nach Einschätzung der Rohstoffexperten der US-Großbank JPMorgan könnten die Ölpreise bis Mai um mehr als 10 Dollar pro Barrel deutlich steigen. Der im Kontrast zu anderen Prognosen großer Investmentbanken überaus optimistische Ausblick auf die Ölpreise ist nicht unbegründet.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die Erwartung anhaltender Angebotsverknappungen, die durch geopolitische Spannungen in kritischen Ölförderregionen, wie eben dem Nahen Osten, angeheizt werden.

Heizöl moderat teurer
Nachdem die Notierungen an den Rohölmärkten am Freitag deutlich zulegen konnten, wirkt sich dieses Plus auch auf die Heizölpreise aus. Verbraucherinnen und Verbraucher im Bundesgebiet müssen je nach Region etwa +0,40 bis +1,10 Euro pro 100 Liter mehr bezahlen als noch zu Wochenschluss.