News rund ums Öl

Menschen im ländlichen Raum droht Diskriminierung

26. Mai. 2020

Klimaschutz im Gebäudebereich: Studie im Auftrag des BMU

Hamburg (ots) – Eine heute vorgestellte Studie im Auftrag des Bundesumweltministeriums befasst sich mit der Konjunktur- und Klimapolitik in und nach der Corona-Krise. Die darin zum Gebäudebereich enthaltenen Vorschläge würden den im vergangenen Herbst vom Klimakabinett beschlossenen Kompromiss aufkündigen. „Die Studie ‚Sozial-ökologisch ausgerichtete Konjunkturpolitik in und nach der Corona-Krise‘ enthält Empfehlungen, die nicht nur den Ansatz der Technologieoffenheit metertief begraben sollen, sondern vor allem auch realitätsfremd sind und ungerecht wären“, kritisiert Adrian Willig, Geschäftsführer des Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO). „Während sich viele Menschen aktuell Sorgen um ihre berufliche und finanzielle Zukunft machen, werden in diesem Papier Forderungen erhoben, die Millionen Hauseigentümer im ländlichen Raum diskriminieren würden.“

 

Die Studie schlägt unter anderem vor, den bisherigen Entwurf für das Gebäudeenergiegesetz zu verschärfen und fordert einen Ausstiegspfad für Ölheizungen. „So werden viele Menschen weiter verunsichert. Statt Ausstiegspfade benötigen wir vielmehr Einstiegspfade für die Verwendung CO2-reduzierter Brennstoffe. So könnten auch heute ölbeheizte Gebäude die Klimaziele schrittweise erreichen – und dies oftmals zu geringeren Kosten“, erklärt Willig. Denn keineswegs jedes Gebäude lasse sich ohne weiteres sofort auf eine rein erneuerbare Wärmeversorgung umstellen.

 

„Geht es nach der BMU-Studie sollen jedoch selbst Eigentümer, die erneuerbare Energien in eine Öl-Hybridheizung einkoppeln wollen, bei der Fördermittelvergabe künftig leer ausgehen“, berichtet Willig. „Dass der Einbau einer Solarthermie-Anlage nicht mehr, wie derzeit, gefördert werden soll, ist völlig unverständlich. Wichtig ist die konkrete Treibhausgaseinsparung. Wer offenbar meint, zwischen ‚guter‘ und ’schlechter‘ CO2-Reduktion unterscheiden zu müssen, handelt ideologisch, und nicht im Sinne einer nachhaltigen Klimaschutzpolitik.“ Es bestehe die Gefahr, dass Hauseigentümer angesichts solcher Vorschläge eher in Attentismus verharren, als in eine energetische Modernisierung zu investieren.

 

„Der vom Klimakabinett ausgehandelte Kompromiss und die gerade erst zu Jahresbeginn gestarteten Förderprogramme sollten erst einmal ihre Wirkung entfalten können“, betont Willig. „Die Politik wäre gut beraten, den Menschen beim Klimaschutz im Gebäudesektor zudem vielfältige Erfüllungsoptionen zu ermöglichen. Dazu sollten auch die Kombination von Öl-Brennwertheizungen mit zusätzlichen erneuerbaren Energien in Form eines Hybridsystems sowie der Einsatz CO2-reduzierten Heizöls gehören.“

 

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Schieferöl in Schieflage

26. Mai. 2020

Die in den letzten Jahren so florierende US-Schieferölindustrie ist besonders starkt betroffen von den Auswirkungen der Corona-Krise. Verschont blieb niemand und die meisten Produzenten mussten ihre Förderung reduzieren oder gar ganz einstellen. Zwar steigt die Ölnachfrage inzwischen langsam wieder, doch langfristig hat die Schieferölindustrie möglicherweise einen Tiefschlag erhalten, von dem sie sich so schnell nicht erholen wird – das lässt zumindest die sinkende Zahl an aktiven Bohranlagen vermuten.

 

Schieferöl erfordert Investitionskosten

Um Schieferöl zu fördern müssen zunächst dort Löcher gebohrt werden, wo besonders ölreiches Gestein vermutet wird. In den USA, dem Land mit den weltweit größten Schieferölvorkommen, ist dies vor allem im sogenannten Permian-Becken in Texas und New Mexico der Fall. Dort wurde in den letzten Jahren immer mehr gebohrt und gefördert.

 

Mit dem Finden eines Ölvorkommens ist es allerdings nicht getan. Das Erschließen einer Ölquelle ist zeit- und vor allem kostenaufwändig. Kosten, die die wenigsten Ölproduzenten im Moment tragen wollen. denn erst bei einem Rohölpreis, der komfortabel und dauerhaft über 30 Dollar pro Barrel liegt, lohnt sich die Investition in neue Förderanlagen. Im April kostete amerikanisches Rohöl aber oft weniger als 18 Dollar, zwischenzeitlich rutschte der Preis sogar einmal ins Minus. .

 

Dramatischer Rückgang der aktiven Ölbohranlagen 

In der Folge sank die Menge der aktiven Ölbohranlagen, also jene, die Ölquellen anbohren aber noch kein Öl fördern, dramatisch. Dies zeigen die Erhebungen der Erdöl-Service-Gesellschaft Baker Hughes, die wöchentlich die aktiven Anlagen zählen und bekannt geben. Für Marktbeobachter ist die Menge der aktiven Bohranlagen ein wichtiger Indikator für die Zukunft der Schieferölindustrie, eben weil es nach dem Bohren noch sechs bis neun Monate dauern kann und mit gehörigen Kosten verbunden ist, bis tatsächlich Öl fließt. Diese Investitionen macht man nur, wenn es sich auch längerfristig lohnt.

Die Grafik zeigt, dass schon 2019 die Menge der Bohranlangen etwas rückläufig war im Vergleich zu 2018, dem bisher stärksten Jahr für die Schieferölindustrie. Doch der Einbruch Mitte März war ungleich heftiger und die Menge der aktiven Anlagen rutschte von starken 670 auf inzwischen nur noch 237 ab. So wenige, wie seit 2009 nicht mehr.

 

In den kommenden Wochen wird der Negativtrend vermutlich weiter anhalten, denn noch ist die Corona-Krise nicht vorbei. Bis die Preise sich dauerhaft stabilisiert haben, dürfte es noch einige Zeit dauern und die Gefahr neuer Ansteckungswellen und neuer Shutdowns besteht nach wie vor. Bis Ölproduzenten wieder in die Suche und Erschließung neuer Ölquellen investieren können und wollen, dürfte es also noch eine ganze Weile dauern. Ob die einst so boomende Schieferölindustrie je wieder auf den Stand vor Corona zurückkommen wird, steht in den Sternen.

Nachfrage steigt – Heizöl teurer

25. Mai. 2020

Dass Heizöl in diesem Frühjahr so günstig ist, hängt mit dem extremen Nachfrageeinbruch durch die Coronakrise zusammen. Weltweit sorgten Shutdowns dafür, dass der Flugverkehr fast zum Erliegen kam, Fabriken und Unternehmen ihre Produktion einstellen mussten und der Pendler- und Privatverkehr deutlich zurückging. Doch nun erwacht der Öldurst der Welt langsam wieder und die Preise könnten sich stabilisieren.

 

Corona-Lockerungen helfen der Ölnachfrage

Wie stark genau die Ölnachfrage mit der Coronakrise eingebrochen ist, lässt sich immer noch nicht genau beziffern. Allerdings deutet sehr viel darauf hin, dass eine Erholung begonnen hat. Die Internationale Energieagentur (IEA), eine unabhängige Kooperationsplattform unter dem Dach der OECD, sieht in den Monaten von April bis Juni eine Aufwärtstendez.

 

Hatte die weltweite Ölnachfrage im April noch bei 25,2 Millionen Barrel täglich weniger als im Vorjahr gelegen, so waren es im Mai „nur noch“ 21,5 Millionen Barrel (ein Barrel entspricht etwa 159 Litern). Für Juni geht die IEA zwar immer noch von einer geringeren Nachfrage als im Vorjahr aus, doch mit 13 Millionen Barrel weniger ist der Aufwärtstrend eindeutig.

 

Fragiles Gleichgewicht

Die Produktionskürzungen der OPEC+ und einiger anderer Länder, mit denen fast 10 Millionen Barrel Öl täglich vom Markt genommen werden, in Kombination mit der vorsichtig steigenden Nachfrage haben ein fragiles Gleichgewicht entstehen lassen. Dieses hatte die Hoffnung auf eine schnelle Markterholung in den letzten Wochen beflügelt und so kam es seit Anfang Mai immer wieder zu Preisrallyes.

 

Allerdings sind die Gefahren einer neuerlichen Markterschütterung nicht verschwunden. Das Coronavirus wird erst dann keine Gefahr mehr darstellen, wenn eine wirksame Therapie oder Impfung existiert. Bis dahin kann es jederzeit zu neuen Ansteckungswellen und neuen Lockdowns kommen, die dann wiederum für starke Preisschwankungen sorgen könnten.

 

Ausblick

Im Vergleich zu Freitag sind die Ölbörsen wieder leicht angestiegen, so dass am Morgen mit Preisaufschlägen für Heizöl gerechnet werden muss. Für 100 Liter zahlen Verbraucher demnach heute +0,85 bis +1,10 Euro mehr als Freitagmorgen.

 

 

Was passiert mit meiner Ölheizung?

23. Mai. 2020

Das Klimapaket der Bundesregierung wurde Ende 2019 verabschiedet. Der Zweck dahinter ist einfach: Umweltschutz und Klimaschonung. Doch was bedeutet das für den Endverbraucher? Wird man jetzt verpflichtet die Ölheizung im Keller auszutauschen? Welche Möglichkeiten und Anforderungen werden an eine neue Ölheizung gestellt?

 

Werde ich zum Austausch meiner Heizung verpflichtet?

Nein. Eine prinzipielle Austauschpflicht für Ölheizungen besteht nicht. Allerdings müssen hier ein paar Kleinigkeiten beachtet werden. Betroffen sind Heizungen die über 30 Jahre alt sind. Ölheizungen in Ein- und Zweifamilienhäuser sind ebenfalls ausgenommen, sofern der Besitzer des Hauses mindestens seit dem 1. Februar 2002 das Haus selbst bewohnt. Ebenfalls ausgenommen sind Brennwert- und Niedertemperaturgeräte.

 

Darf ich eine neue Ölheizung in meinem Haus einbauen?

Ja. Öl-Brennwertgeräte dürfen angeschafft und auch weiterhin betrieben werden. Diese bringen auch einige Vorteile mit sich. Unter anderem effizienteres Heizen, das mehr aus dem Öl rausholt und gleichzeitig umweltschonender ist. Erst ab 2026 dürfen nur noch sogenannte Hybridheizungen verbaut werden.

 

Neues Haus, alte Ölheizung. Was nun? Muss ich meine komplette Heizung ersetzen?

Auch hier, nein. Selbst wenn die Heizung etwas älter und kein Brennwert- oder Niedertemperaturgerät ist, bedeutet dies nicht, dass die Heizung getauscht werden muss. Es besteht die Möglichkeit, eine Hybridlösung einzurichten. Dabei ist Heizöl nicht der einzige Energieträger der Heizung sondern auch erneuerbare Energien fließen mit ein (beispielsweise Solarthermie oder Wärmepumpe).

 

Darf ich in meinem Neubau eine Ölheizung installieren?

Ja, solange es sich um einen der besagten Brennwertkessel oder Niedertemperaturgeräte handelt. Erst ab 2026 dürfen keine neuen Geräte verbaut werden, die auf Heizöl als einzigen Energieträger zurückgreifen. Dann sind allerdings Hybridheizungen immer noch eine Möglichkeit, fossile Brennstoffe zu verwerten.

 

Rentiert sich der Neukauf einer Ölheizung?

Das kommt auf die jeweilige Situation an. Allerdings lohnt es sich durchaus, „Auslaufmodelle“ zu modernisieren – mit teilweise sehr interessanten Fördermöglichkeiten, bei denen bis zu 45% der Kosten übernommen werden.

 

Welche Vorteile habe ich bei einer neuen Ölheizung?

Es gibt zahlreiche gute Argumente für eine Ölheizung. Sie greifen auf eine äußerst effiziente, ausgefeilte und robuste Heiztechnik zurück. Durch den flexiblen Einkauf von Heizöl sind sie nicht von Strom, Sonne oder Wind abhängig. Sie selbst können entscheiden, wann und wie viel Energiebedarf Sie haben und können durch gute Einkäufe erheblich an Heizkosten sparen.

Rohölbestände in den USA bauen ab

22. Mai. 2020

Seit mehreren Wochen haben sich die Meldungen überschlagen. Die Lagerbestände der amerikanischen Rohölreserve haben sich kontinuierlich und mit großen Schritten in Richtung Kapazitätsgrenze bewegt. Doch nun ist wieder ein wenig Entspannung in Sicht. Das amerikanische Energieministerium (DOE) hat in Rohöl bedeutende abbauten vermeldet. Bei den Mitteldestillaten (Heizöl und Diesel) sowie Benzin sind die Vorräte allerdings gestiegen – sogar stärker als erwartet.

 

Rohölbestände mit Abbauten

Früheren Prognosen zufolge hätte das amerikanische Zentrallager in Cushing, Oklahoma bei gleichbleibenden Bestandszunahmen seine Kapazitätsgrenze Anfang-Mitte Mai erreicht. Doch die Kombination aus reduzierter Förderung von Rohöl und der Lockerung von Wirtschaftsbeschränkungen zeigt Wirkung.

 

Analysten erwarteten einen leichten Aufbau der Bestände. Doch es wurden tatsächlich knapp 5 Millionen Barrel Rohöl (1 Barrel = 159 Liter) aus den Speichern gezogen. Vor allem die stärkere Aktivität der Raffinerien, das das Öl verarbeiten und zu Produkte bzw. Treibstoffe umwandeln, hat hier einen starken Beitrag geleistet.

 

Heizöl, Diesel und Benzin mit stärkeren Aufbauten

Die Meldung, dass die Lagerbestände für Mitteldestillate (Heizöl, Diesel) und Benzin sogar stärker als erwartet zugenommen haben, dürfte die Stimmung an den Börsen aber letztlich dämpfen. Denn dazu gesellt sich auch noch ein unerwarteter Rückgang bei der Benzinnachfrage. Dies lässt leise Zweifel aufkeimen, ob die Erholung der Wirtschaft und Ölnachfrage tatsächlich so schnell von Statten geht, wie zuvor erhofft.

Allgemein herrscht vorsichtiger Optimismus an den Ölbörsen. Unvorhesehbare Neuausbrüche von Coronainfektionen könnten den Fortschritt der letzten Wochen jedoch genau so schnell wieder zu Nichte machen, wie er entstanden ist.

 

Ausblick

Nachdem die Ölpreise von den Ereignissen am Mittwoch zunächst unbeeindruckt und am gestrigen Feiertag relativ fest blieben, geben Märkte kurz vor dem Wochenende nun deutlich nach. Das dürfte sich auch auf die Inlandspreise auswirken, sodass erste Indikatoren auf Preisvorteile von -0,70 bis -0,90 Euro/100l (inkl. MwSt.) hindeuten.

Kraftstoffpreise ziehen weiter an – Zunehmender Straßenverkehr erhöht die Sprit-Nachfrage

20. Mai. 2020

München (ots) – Nachdem die Kraftstoffpreise an den Tankstellen seit Mitte Februar im Bundesmittel elf Wochen in Folge gesunken waren, müssen Autofahrer nun bereits die zweite Woche nacheinander mehr bezahlen. Laut aktueller Auswertung des ADAC kostet ein Liter Super E10 im Bundesdurchschnitt 1,177 Euro, das sind 1,1 Cent mehr als in der Vorwoche. Diesel verteuerte sich um 0,3 Cent auf durchschnittlich 1,052 Euro je Liter. Damit vergrößerte sich die Differenz zwischen beiden Sorten auf 12,5 Cent.

 

Gründe für die wieder anziehenden Preise sind der angesichts der Corona-Lockerungen zunehmende Straßenverkehr, der die Kraftstoff-Nachfrage anfacht, vor allem aber die Stabilisierung am Rohölmarkt. Ein Barrel der Sorte Brent kostet aktuell rund 34 Dollar, das sind vier Dollar mehr als in der Vorwoche. In den ersten vier Monaten des Jahres waren die Notierungen von rund 70 auf zeitweise 20 Dollar abgestürzt. Rohöl hatte somit rund 70 Prozent an Wert verloren.

 

Der ADAC empfiehlt Autofahrern, vor dem Tanken die Preise zu vergleichen. Wer die teilweise erheblichen Preisunterschiede zwischen verschiedenen Tankstellen und Tageszeiten nutzt, spart bares Geld und stärkt zudem den Wettbewerb zwischen den Anbietern. So tankt man nach einer aktuellen Auswertung des ADAC in der Regel am günstigsten zwischen 18 und 22 Uhr. Unkomplizierte und schnelle Hilfe bietet die Smartphone-App „ADAC Spritpreise“. Ausführliche Informationen zum Kraftstoffmarkt und aktuelle Preise gibt es auch unter www.adac.de/tanken.

 

Pressekontakt:

ADAC Kommunikation
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Bestandsmeldungen aus USA vorerst ohne Wirkung

20. Mai. 2020

Das API (American Petroleum Institute) ist einer der größten Interessensverbände der Öl- und Gasindustrie in den USA. Wöchentlich werden Bestandsmeldungen über Rohöl- und Mitteldestillatsvorräte (unter anderem Heizöl und Diesel), sowie Benzinbestände in den US-amerikanischen Lagern veröffentlicht. Allgemein ein Wegweiser für Ölbörsen, der ohne Wirkung bleibt.

 

Uneindeutige Meldungen aus den USA

Zunächst lassen die Meldungen des Verbands aufatmen. Man hat in starkem Kontrast zu den vorangegangenen Wochen, Bestandsrückgänge im Rohöl verzeichnen können. Die Lagerkapazitäten wurden in den letzten Wochen der Shutdowns an ihre Grenzen getrieben. Schlicht wegen der fehlenden Nachfrage nach Treibstoffen.

 

Durch Lockerungen der Wirtschaftsbeschränkungen erholt sich die Situation an den Ölbörsen langsam. Händler bleiben allerdings vorsichtig, besonders im Hinblick auf die Negativpreise, die letzten Monat erst verzeichnet wurden. Dennoch stützte der Abbau von Rohölbeständen zunächst die Preise in den USA.

 

Beim zweiten Blick erhielt der Optimismus allerdings einen Dämpfer. Denn die Bestände in den Mitteldestillaten haben deutlich zugenommen. Viel deutlicher als es die Erwartungen haben vermuten lassen. Desweiteren fielen die Abbauten der Benzinbestände enttäuschend aus. Also keine eindeutigen Signale in einem Markt, der nach jüngsten Geschehnissen allgemein sehr vorsichtig ist.

 

Ausblick

Die Heizölpreise werden heute mit einem Abschlag von -0,25 bis -0,55 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu Dienstagmorgen erwartet.

Benzin in Bayern am günstigsten – Regionale Preisunterschiede weiterhin groß

19. Mai. 2020

München (ots) – Die regionalen Preisunterschiede bei Benzin und Diesel haben sich im Vergleich zum April, als die Ausschläge besonders stark waren, verringert, sind aber weiterhin groß. Super E10 tanken Autofahrer derzeit in Bayern am günstigsten. Laut aktuellem Bundesländervergleich kostet ein Liter dort durchschnittlich 1,163 Euro. Auf Platz 2, mit 1,179 Euro je Liter, folgt mit spürbarem Abstand Rheinland-Pfalz. Schlusslicht ist Sachsen-Anhalt, wo man für einen Liter Super E10 im Mittel 1,242 Euro und damit 7,9 Cent mehr als in Bayern bezahlen muss. Im April lag die Differenz zwischen dem billigsten und teuersten Bundesland noch bei durchschnittlich 9,2 Cent je Liter.

 

Diesel ist derzeit in Rheinland-Pfalz besonders preiswert. Hier kostet der Liter im Mittel 1,052 Euro. Das sind 6,7 Cent weniger als in Bremen, das wie bereits im April mit durchschnittlich 1,119 Euro je Liter auch diesmal am teuersten ist. Auch hier hat sich die mittlere Preisdifferenz zwischen dem billigsten und teuersten Bundesland, die im April noch bei 8,0 Cent lag, verringert.

 

In der aktuellen Untersuchung hat der ADAC am heutigen Dienstag um 11 Uhr die Preisdaten von mehr als 14.000 bei der Markttransparenzstelle erfassten Tankstellen ausgewertet und den Bundesländern zugeordnet. Die ermittelten Preise stellen eine Momentaufnahme dar. Unkomplizierte und schnelle Hilfe für preisbewusste Autofahrer bietet die Smartphone-App „ADAC Spritpreise“. Ausführliche Informationen rund um den Kraftstoffmarkt gibt es zudem unter www.adac.de/tanken.

 

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Quelle:  www.presseportal.de

Flüssige Energieträger für die Zukunft

19. Mai. 2020

Bewährte Technik, gewohnte Infrastruktur, neue Fuels

Flüssige Energieträger haben viele Vorteile: Sie sind gut speicherbar und leicht zu transportieren, sie haben eine hohe Energiedichte und für ihren Einsatz gibt es bereits eine hervorragende Infrastruktur. Um diese Vorteile auch langfristig in der Energieversorgung nutzen zu können, wird an der Herstellung treibhausgasreduzierter flüssiger Kraft- und Brennstoffe geforscht. Wer also mit einer effizienten Öl-Brennwertheizung sein Eigenheim erwärmt, könnte zukünftig auf einen klimafreundlichen Brennstoff setzen. Denn die neuen Fuels sollen auch in heute aktueller Technik einsetzbar sein.

 

„Das erhöht die Chance auf eine breite Akzeptanz der Energiewende: Klimaschutz wird möglich, ohne überall Versorgungswege und Anwendungstechnik kostenintensiv umbauen zu müssen“, sagt Adrian Willig, Geschäftsführer des Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO). An Biokraftstoffen wird bereits seit langem geforscht. Aus Feldfrüchten wie Raps, Mais oder Zuckerrohr wurden die sogenannten Biokraftstoffe der ersten Generation gewonnen. Sie werden heute als E10 – also Benzin, dem Ethanol beigemischt ist – oder als Biodiesel, einer Mischung aus konventionellem Diesel und beispielsweise Rapsöl-Methylester, getankt. Doch die sogenannte Tank-Teller-Diskussion führte zu einem Umdenken. In der Fortschreibung der europäischen Erneuerbare-Energien-Richtlinie werden daher Biokraftstoffe der zweiten Generation aus Rest- und Abfallstoffen ohne Konkurrenz zu Nahrungsmitteln oder deren Produktionsflächen klar bevorzugt.

 

Neue Brennstoffe aus Abfall oder Algen
Die Herstellung regenerativer flüssiger Energieträger auf Basis von Biomasse läuft unter dem englischen Begriff „Biomass-to-Liquid“ (BtL): Brennstoffe werden zunehmend aus Abfällen und Reststoffen zum Beispiel aus landwirtschaftlichen Pflanzenresten, Stroh oder forstwirtschaftlichem Restholz hergestellt. Auch an der Herstellung von Benzin und Diesel aus Altpapier oder sogar aus Klärschlamm wird geforscht. Die Verwendung dieser Sekundärrohstoffe ist besonders klimaschonend. Derzeit laufen in diesem Bereich zahlreiche Forschungsprojekte und es gibt auch bereits erste Pilot- und Demonstrationsanlagen. Eine andere regenerative Rohstoffbasis sind Algen: Dass Algen zur Herstellung von Biokraftstoffen verwendet werden können, die in ihrer Zusammensetzung den heute im Verkehrssektor eingesetzten Kraftstoffen ähneln, ist bereits erwiesen. Nun arbeiten Forschung und Entwicklung an wirtschaftlichen Produktionsprozessen. „Wenn das gelingt, ist das ein weiterer Schritt auf dem Weg in eine treibhausgasneutrale Zukunft mit flüssigen Energien“, betont Willig.

Verschiedene Pfade führen zum klimafreundlichen Heizöl
Zur Herstellung alternativer Brenn- und Kraftstoffe gibt es also verschiedene „Pfade“. Grundsätzlich geht es dabei um die Herstellung alternativer flüssiger Kohlenwasserstoffe aus unterschiedlichen regenerativen Quellen, die fossiles Öl oder auch Gas zunehmend ersetzen. Aufgrund des absehbar großen Bedarfs werden langfristig dafür auch synthetische Energieträger aus regenerativ erzeugtem Wasserstoff und CO2 als Kohlenstoffquelle benötigt – die E-Fuels. Zu deren Herstellung wird Wasser mittels Elektrolyse in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Der Wasserstoff kann dann durch Zugabe von CO2 zu „künstlichem“ Benzin, Diesel, Kerosin, Heizöl oder Gas weiterverarbeitet werden. Wenn der dabei eingesetzte Strom aus regenerativen Quellen stammt und der Kohlenstoffkreislauf geschlossen ist, sind diese Kraftstoffe weitestgehend klimaneutral. Durch die gute Speicher- und Transportierbarkeit flüssiger Energieträger könnten E-Fuels vor allem überall dort produziert werden, wo besonders günstige Bedingungen herrschen, also viel Sonne und stetige Winde. Daraus ergeben sich attraktive Perspektiven für viele Regionen, insbesondere auch für Länder, die heute noch stark vom Export fossiler Rohstoffe abhängig sind. Studien zeigen, dass das große Vorteile für alle mit sich brächte.

 

Mehr Infos zu Öl-Brennwertheizungen und den neuen, treibhausgasreduzierten Brennstoffen gibt es auf www.zukunftsheizen.de und auf www.futurefuels.blog.

 

IWO, 2020

Pressekontakt:

Institut für Wärme und Oeltechnik e. V. (IWO)

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Quelle: https://www.zukunftsheizen.de/

Saudische Ölwelle rollt gen Westen

18. Mai. 2020

Die Stabilität der Ölpreise ist in Zeiten der Coronapandemie sehr zerbrechlich. Kaum glaubt man, die erste Welle des Preisverfalls überstanden zu haben, kommt der nächste Tiefschlag. Denn als Rohölhändler in den USA glaubten, sich eine goldene Nase an den günstigen Preisen verdienen zu können, haben sie Bestellungen gemacht die nun mehr als unerwünscht sein dürften.

 

Die Welle bewegt sich nur langsam

Der wohl größte Unterschied am Rohölmarkt zum herkömmlichen Aktienmarkt ist der, dass mit Termingeschäften gehandelt wird. Sprich ein Händler kauft Rohöl zu einem gewissen Preis und mit einer festen Lieferung zu einem bestimmten Zeitpunkt. Ein Spiel welches seine Vor- und Nachteile haben kann.

 

So werden Händler in den USA ihr Glück wohl kaum haben fassen können, als ihre Wirtschaft brummte, die Lager mehr als genug Platz hatten und der Rohölpreis dahin schmolz. In Hoffnung auf ein gutes Geschäft, haben sie große Mengen Rohöl aus Saudi-Arabien bestellt. Rohöl von guter Qualität aus scheinbar endlos sprudelnden Quellen.

 

Mit dem plötzlichen Nachfrageeinbruch wegen Corona und den sich rasant füllenden Öllagern hatte man allerdings nicht gerechnet. Man vermutet ca. 30 Supertanker, jeweils mit einer Ladung von Rund 2 Millionen Barrel (á 159 Liter) Rohöl, die sich auf dem Weg in den Golf von Mexiko befinden. Nur wer soll das Ganze noch aufnehmen?

 

Ein zerbrechliches Gleichgewicht

Die weltweite Nachfrage erholt sich mittlerweile langsam. Die Preise für Rohöl steigen wieder leicht und die Lagerkapazitäten erholen sich. Doch die Bestellungen, die vor Monaten getätigt wurden drohen nun dies wieder zu Nichte zu machen. Denn Marktpreise hängen bekanntlich nicht nur von der Nachfrage ab. Das Angebot spielt eine genau so wichtige Rolle.

 

Eine Flutung des amerikanischen Markts mit Öl aus Saudi-Arabien könnte den mühsam erzielten Preisanstieg wieder rückgängig machen. Mittlerweile wurden einige Frachten storniert, doch auch nur unter Strafzahlungen, was eine weniger als optimale Lösung für die Käufer darstellt. Wie sich die Lieferungen auf den Ölmarkt auswirken, bleibt wohl nur abzuwarten.

 

Ausblick

Die Lockerungen der Wirtschaftsbeschränkungen kräftigen die Preise für Heizöl am deutschen Markt. Es wird mit einem Anstieg von +0,80 bis +1,10 Euro pro 100 Liter Heizöl im Vergleich zu Freitagmorgen gerechnet.