News rund ums Öl

Bestandsmeldung ohne Wirkung

6. Aug. 2020

Wöchentlich werden vom DOE (Department of Energy – dem amerikanischen Energieministerium) und dem API (American Petroleum Institute) die Kraftstoffbestände der USA analysiert. Veränderungen werden zur Vorwoche bekannt gegeben. Händler nutzen diese Daten als richtungsweisende Indikatoren, um die aktuelle Nachfrage am Markt einzuschätzen.

 

Bedeutende Abbauten im Rohöl

Im aktuellen Bericht des DOE, welcher am 5. August veröffentlicht wurde, werden bedeutende Bestandsabbauten im Rohöl vermerkt. Sowohl das API als auch die offiziellen Regierungszahlen zeigen allerdings, dass sich die Abbauten auf Rohöl begrenzen. So haben die Destillate wie Diesel und Kerosin, als auch Benzin zugenommen. Denn Obwohl ca. 7,4 Millionen Barrel Rohöl (á 159 Liter) abgezogen wurden, sind nur 2,1 Millionen Barrel Lagerplatz frei geworden.

 

So blieb ein bedeutender Impuls aus. Denn obwohl die angespannte Lagersituation in den USA sich ein wenig entspannt hat, verunsichert der starke Anstieg in den Kraftstoffen die Marktteilnehmer. Hieraus versucht man sich ein Bild der Nachfrage nach Benzin und Diesel zu machen. Ein Anstieg der Bestände bei diesen Produkten lässt auf eine weiterhin geringe Nachfrage schließen und hält Preise auf einem weiterhin niedrigen Niveau.

 

Ausblick

Händler erwarten die Heizölpreise heute mit Nachlässen zwischen ca. -0,05 bis -0,25 Euro pro 100 Liter im Vergleich zu Mittwochmorgen.

Tanken im Juli teurer als im Vormonat Geringe Schwankungen im Monatsverlauf

5. Aug. 2020

Grafik von obs/ADAC/ADAC e.V.

 

München (ots) – Autofahrer mussten im Juli für Benzin und Diesel im Bundesdurchschnitt mehr als im Juni bezahlen. Laut der monatlichen Marktauswertung des ADAC kostete ein Liter Super E10 im Bundesmittel 1,256 Euro, das sind 1,7 Cent mehr als im Vormonat. Diesel verteuerte sich um 0,4 Cent auf durchschnittlich 1,090 Euro je Liter.

Tankkunden mussten im Juli etwas tiefer in die Tasche greifen, obwohl zu Monatsbeginn der Mehrwertsteuersatz gesunken war und ein festerer Euro, der mit Kursen von zeitweise über 1,18 US-Dollar auf ein Zwei-Jahres-Hoch kletterte, für günstige Rahmenbedingungen sorgte. Dem standen allerdings leicht gestiegene Rohölpreise gegenüber.

Im Monatsverlauf waren die Spritpreis-Schwankungen eher gering. Für beide Kraftstoff-Sorten mussten Autofahrer am 26. Juli am meisten bezahlen. An diesem Tag kostete der Liter Super E10 im Bundesmittel 1,264 Euro, für den Liter Diesel musste man 1,102 Euro bezahlen.

Am günstigsten war das Tanken am 15. Juli. An diesem Tag lag der Durchschnittspreis für Super E10 bei 1,246 Euro je Liter und für den Liter Diesel bei 1,079 Euro. Die bundesweite Preisdifferenz zwischen teuerstem und billigstem Tanktag betrug dadurch lediglich 1,8 Cent (Super E10) beziehungsweise 2,3 Cent (Diesel).

Der ADAC empfiehlt Autofahrern, vor dem Tanken die Preise zu vergleichen. Wer die teilweise erheblichen Preisunterschiede zwischen verschiedenen Tankstellen und Tageszeiten nutzt, spart bares Geld und stärkt zudem den Wettbewerb zwischen den Anbietern. So tankt man nach einer aktuellen Auswertung des ADAC in der Regel am günstigsten zwischen 18 und 22 Uhr. Unkomplizierte und schnelle Hilfe bietet die Smartphone-App „ADAC Spritpreise“. Ausführliche Informationen zum Kraftstoffmarkt und aktuelle Preise gibt es auch unter www.adac.de/tanken.

Pressekontakt:

ADAC Kommunikation
T +49 89 76 76 54 95
aktuell@adac.de

Original-Content von: ADAC, übermittelt durch news aktuell

 

Quelle: https://www.presseportal.de/pm/7849/4668931

OPEC+ Produktion frühzeitig gestiegen

4. Aug. 2020

Im Zuge der Coronapandemie und des einhergehenden Nachfrageeinbruchs sah sich die Vereinigung der erdölexportierenden Länder und seine Verbündeten (OPEC+) gezwungen eine drastische Maßnahme zu ergreifen. Man beschloss eine gemeinsame Produktionskürzung von knapp 10 Millionen Barrel am Tag (á 159 Liter). Eine künstliche Verknappung um den Rohölpreis zu stützen und vor fallenden Preisen zu schützen.

 

Wackeliger Start der Maßnahmen

Begonnen hat die Misere für das Kartell mit einem Preiskampf zwischen Saudi-Arabien (dem Primus der Vereinigung) und Russland. Saudi-Arabien forderte eine weitergehende Kürzung des russischen Partners. Als dieser nicht einlenken wollte, brach man einen veritablen Preiskampf vom Zaun. Die Saudis entschlossen sich ihre Förderung zu steigern, Preise für Rohöl zu senken und so Russland wieder an den Verhandlungstisch zu zwingen.

 

Schnell wurde klar, dass diese Marktsituation allerdings schädlich für alle Parteien war. Wegen der sich rasant verbreitenden Coronapandemie und dem einhergehenden Nachfrageeinbruch, war eine Angebotssteigerung das letzte was Ölproduzenten gebrauchen konnten. Der Ölpreis befand sich im freien Fall und die gesamte OPEC+ entschloss sich die Ölpreise durch Produktionskürzungen wieder zu stützen.

 

Förderkürzungen und freiwillige Maßnahmen

Geeinigt hatte man sich, nach langen Verhandlungen, darauf in den Monaten von Mai bis einschließlich Juni 2020, knapp 10 Millionen Barrel Rohöl am Tag weniger zu fördern. Als Zeichen des guten Willens hat Saudi-Arabien sich bereit erklärt eine Millionen Barrel am Tag weniger zu fördern, als in der Abmachung vorgesehen.

 

Als sich herausstellte, dass diese Maßnahmen nicht ausreichen würden, wurden diese um einen Monat verlängert. Doch wie sich herausstellt, haben sich nicht alle Mitglieder an die Abmachungen gehalten. So haben der Irak und Nigeria mehr Erdöl gefördert als vereinbart und sich auch nicht an die Kompensationsmaßnahmen im Juli gehalten.

 

Sogar Saudi-Arabien hat seine freiwillige Zusage im Juli nicht mehr eingehalten und knapp 920.000 Barrel am Tag mehr gefördert als noch im Monat zuvor. All dies im Monat vor einer grundsätzlichen Produktionssteigerung und langsamen Rückkehr zur Normalität. Denn der Plan ist, im August die Produktion über alle Mitglieder hinweg um 2 Millionen Barrel am Tag auszubauen.

 

Ausblick

Händler erwarten die Preise heute etwas teurer im Vergleich zu Montagmorgen. Man rechnet mit Zuschlägen zwischen +0,25 und +0,35 Euro pro 100 Liter Heizöl.

Gebäudeenergiegesetz: Das sollten Eigentümer wissen

3. Aug. 2020
Mehr Klimaschutz bei der Wärmeversorgung

Bundestag und Bundesrat haben das Gebäudeenergiegesetz (GEG) beschlossen. Es führt bisherige Regelungen zusammen und berücksichtigt Inhalte aus dem Klimaschutzpaket der Bundesregierung. Für Häuser mit einer Ölheizung gibt es darin neue Bestimmungen. Was für Eigentümerinnen und Eigentümer besonders wichtig ist, erklärt das Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO).

 

Ein ganz wichtiger Punkt: Bestehende Ölheizungen dürfen weiter betrieben und modernisiert werden. „Es gibt kein Ölheizungsverbot, lediglich eine Zusammenführung bestehender und neuer Auflagen, die Eigentümer zu berücksichtigen haben“, berichtet IWO-Geschäftsführer Adrian Willig. „Bis einschließlich 2025 können bestehende Heizkessel auch ohne weitere Maßnahmen gegen moderne Öl-Brennwertgeräte ausgetauscht werden.“ Lediglich für Hausbesitzer in Baden-Württemberg gelten andere Regeln. Dort sind bereits heute die Vorgaben des landesspezifischen Erneuerbare Wärme-Gesetzes (EWärmeG) zu beachten. In Hamburg ist die Gültigkeit landeseigener Bestimmungen derzeit noch unklar.

 

Hausbesitzer und Heizungsbauer im Heizungskeller

Hausbesitzer, die auf moderne Öl-Brennwerttechnik setzen und damit ihre Heizung modernisieren, sparen anschließend Brennstoff und damit Heizkosten ein. Foto: IWO

Ölheizungen: Einbau auch nach 2025 möglich

Auch nach 2025 dürfen Ölheizungen weiterhin eingebaut werden, wenn sie erneuerbare Energien mit einbinden. Das könnten zum Beispiel Solarthermie- oder Photovoltaikanlagen sein. Der Einbau einer Ölheizung allein ist auch erlaubt, wenn kein Gas- oder Fernwärmenetz vorhanden ist und keine erneuerbaren Energien anteilig eingebunden werden können. Hat jemand bereits seine Ölheizung mit einer solarthermischen Anlage kombiniert, so kann er jederzeit einen Kesseltausch durchführen, da das Gebäude bereits anteilig mit erneuerbaren Energien versorgt wird.

 

Austauschpflicht: Bestehende Regelung gilt weiterhin

Bezüglich der maximalen Betriebszeit älterer Öl- und Gasheizungsanlagen gelten auch künftig die bislang durch die Energieeinsparverordnung (EnEV) vorgegebenen Bestimmungen. Das bedeutet eine maximale Laufzeit von 30 Jahren. Ausnahmeregelungen gibt es hier jedoch weiterhin
für Wohngebäude mit nicht mehr als zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine Wohnung am 1. Februar 2002 selbst bewohnt hat. In solchen Fällen greift die Austauschverpflichtung für 30 Jahre alte Heizkessel nur im Falle eines Eigentümerwechsels. Auch Heizgeräte mit Niedertemperatur- oder Brennwerttechnik sind von der Pflicht ausgenommen.

 

Modernisierung lohnt sich

Grundsätzlich sind Eigentümer, deren Heizung in die Jahre gekommen ist, jedoch gut beraten, über eine Modernisierung nachzudenken. „Für Gebäude mit einer Ölheizung ist dabei der Einbau eines Öl-Brennwertgeräts oftmals die günstigste Option“, so Willig. „Der Heizölbedarf kann so gegenüber einem alten Kessel deutlich reduziert werden.“ Die direkte Einbindung erneuerbarer Energien, etwa in Form einer Solaranlage, helfe dabei, die CO2-Emissionen des Eigenheims weiter zu verringern.

Haus mit Solaranlage auf dem Dach

Wird die Heizung zum Hybridsystem, können für die erneuerbare Komponente staatliche Fördermittel beantragt werden. Foto: IWO

Förderung für Hybridanlagen

„Für den Einbau neuer Öl-Hybridanlagen gibt es weiterhin staatliche Fördergelder“, erklärt Willig. Finanziell unterstützt wird der Einbau der erneuerbaren Komponenten, wie zum Beispiel eine Solaranlage, mit 30 Prozent der Investitionskosten. Zusätzlich gibt es auch immer wieder nichtstaatliche Förderaktionen, zum Beispiel

Krankheitswelle verlagert sich

31. Jul. 2020

Die Ausbreitung des Coronavirus in den USA hatte sich bisher auf vier Krisenherde beschränkt. Zum einen die bevölkerungsdichteste Stadt, New York, und den drei bevölkerungsstärkten Bundesstaaten, Texas, Florida und Kalifornien. Nach rasch ansteigenden Fallzahlen und fast täglichen Rekordwerten bei Neuansteckungen, mussten erneute Lockdowns verhängt werden. Doch trotz dieser Maßnahmen werden nun weitere Bundesstaaten in Mitleidenschaft gezogen.

 

Der mittlere Westen wird in Mitleidenschaft gezogen

Der Sommer in den USA läutet den Beginn der sogenannten Fahrsaison ein. Urlauber zieht es an beliebte Ferienorte und an die Küsten der Südstaaten. Also in die Staaten die vermeintlich am stärksten betroffen sind von der Pandemie. So scheint sich das Epizentrum der Infektionen zu verlagern oder zu mindest zu streuen. Im Bundesstaat Ohio wurden beispielsweise die höchste Anzahl an Neuansteckungen innerhalb eines Tages, seit Beginn der Pandemie vermeldet.

 

Auch andere Bundesstaaten um New York herum vermelden stärkere Anstiege als noch zuletzt. Vor allem Conneticut , New Jersey und Massachusettes (drei Bundesstaaten, die im Nordosten der USA um New York herum liegen) sind stark betroffen. Sollten die Regierungen der betroffenen Bundesstaaten mit herkömmlichen Methoden die aktuelle Entwicklung nicht in den Griff bekommen, bleibt es vermutlich nur ein Frage der Zeit, bis neue Lockdowns notwendig sind.

 

Die Nachfrage kontrolliert den Markt

All dies macht sich in der Nachfrage nach Treibstoff bemerkbar. Vor allem wird Benzin ein Problem darstellen, denn obwohl der Sommer in vollem Schwung ist, bleibt die Nachfrage weit hinter dem Vorjahresniveau zurück. Dies wird sich ebenfalls auf Rohölpreise bemerkbar machen. Denn eine Raffinerie kann sich nicht entscheiden nur das eine oder das andere Produkt aus dem Rohstoff herzustellen.

 

Wenngleich die aktuellen Bestandszahlen in den USA vielversprechend waren, ist der Marktbeherrschende Faktor derzeit immer noch die Nachfrage. Erst wenn diese sich wieder erholt und auf einem nachhaltig stabilen Niveau verbleibt, werden Händler auch mehr vertrauen in den Markt haben können. Ohne Impfung gegen das Coronavirus, wird dies allerdings nicht der Fall sein.

 

Ausblick

Händler erwarten heute im laufe des Tages deutlich tiefere Preise. 100 Liter Heizöl werden bei ca. -0,90 bis -1,10 Euro im Vergleich zu Donnerstagmorgen erwartet.

USA mit starken Bestandsabbauten

30. Jul. 2020

Das DOE (Departement of Energy – das amerikanische Energieministerium) hat mit den aktuellen Bestandszahlen für Aufsehen gesorgt. Erst vor ein paar Monaten bewegte man sich in rasantem Tempo in Richtung Kapazitätslimit. Der Preisverfall der amerikanischen Rohölsorte WTI (West Texas Intermediate) folgte darauf. Nun überraschen die Bestandsentwicklungen mit deutlichen Abbauten.

 

Bestandsentwicklung stützt Börsenpreise nur bedingt

Händler haben bereits mit Bestandsrückgängen gerechnet. Doch wurden alle Erwartungen übertroffen, als das DOE die tatsächliche Entwicklung bekannt gab. Über 10 Millionen Barrel Rohöl (á 159 Liter) wurden in der letzten Woche aus den Lagern gezogen. Zwar wurden leichte Aufbauten in den Benzin- und Destillatbeständen (Diesel, Kerosin,…) vermeldet, allgemein haben die Bestände allerdings deutlich abgebaut.

 

Interessant vor allem, dass entgegen dem Trend im Zentrallager in Cushing, Oklahoma die Bestände um mehr als eine Millionen Barrel zugenommen haben. Hier werden hauptsächlich Erzeugnisse aus der Schieferölförderung (Fracking) eingelagert. Was für einen leichten Produktionsanstieg sprechen würde.

 

Mit der Entwicklung in Cushing und den doch bedeutenden Abbauten im Rest des Landes, liegt die Vermutung nahe, dass die Entwicklung hauptsächlich auf das Import/Export- Geschäft zurück zu führen ist. Obwohl Bestandsabbauten ein klassische Signal für steigende Preise darstellen, hat die Entwicklung im Zentrallager doch dem Ganzen einen Dämpfer verpasst. So haben sich die Preise an den Börsen wieder nach oben orientiert, ein entscheidender Impuls blieb aber aus.

 

Ausblick

Händler erwarten die Preise für Heizöl bei ca. -0,05 bis +0,15 Euro pro 100 Liter Heizöl, im Vergleich zu Mittwochmorgen.

Ölproduktion kehrt zurück in den Fokus

29. Jul. 2020

Die Entwicklung der Ölnachfrage wurde von den Marktteilnehmern zuletzt nicht aus den Augen gelassen. Das verwundert nicht, zumal gerade die Kraftstoffnachfrage in den USA in den Sommermonaten aufgrund der Fahrsaison üblicherweise die höchsten Niveaus des Jahres verzeichnet. In dieser Woche geht die Aufmerksamkeit der Händler jedoch wieder zunehmend auf die Ölproduktion über. Schließlich wollen die OPEC+ Länder ihre Kürzungen ab August zurückfahren.

 

Anstieg der OPEC+ Produktion steht bevor

Bei der letzten OPEC+ Sitzung Anfang Juni hatte das Produzentenbündnis beschlossen, die für Mai und Juni vereinbarten Förderkürzungen im Umfang von 9,7 Mio. B/T (mit Ausnahme der Kürzungen Mexikos von 0,1 Mio. B/T) um einen Monat zu verlängern. Dies hielt man angesichts der damaligen Situation am Markt für nötig, zumal einige Produzenten ihre Vorgaben nicht erfüllten.

  

Mitte Juli bestätigte die OPEC+ dann, dass man die Produktion zum 1. August nun tatsächlich wieder steigern werde. Während bei der OPEC+ Sitzung im Juni noch eine Lockerung der Kürzungen auf 7,7 Mio. B/T ab Juli angedacht war, so dürfte sich die Reduktion im August und September jedoch nach Einschätzung des saudischen Energieministers noch auf etwa 8,54 Mio. B/T belaufen. Darin sind die Kürzungen beinhaltet, die noch von den Ländern nachgeholt werden müssen, die im Mai (und Juni) die Produktionsvorgaben überschritten.

  

Marktbeobachter befürchten dennoch, dass die Steigerung der OPEC+ Produktion die Überversorgung am Markt wieder deutlich verstärken könnte, zumal es in den USA zuletzt auch erste Anzeichen für eine Erholung der Ölförderung gab. Zudem verhindert die aktuelle Situation in den USA hinsichtlich der Covid19-Pandemie immer noch eine rasche und nachhaltige Erholung der Nachfrage in den Vereinigten Staaten, die als größter Ölkonsument der Welt gelten.

  

Ausblick

Die heutige Preiserwartung für 100 Liter Heizöl liegt zwischen -0,10 und  ±0,00 Euro im Vergleich zum Dienstagmorgen.

Nullzinspolitik der USA stützt den Markt

28. Jul. 2020

Schon seit Jahrzehnten gilt der US-Dollar als die Referenzwährung im internationalen Handel. Nicht nur an den Akienmärkten, auch an den Ölbörsen. Als „gemeinsame“ Währung nutzen Ölproduzenten auf der ganzen Welt den Dollar um eine vergleichbare Basis zu schaffen und den Wert ihrer Ware festzulegen. Doch was bedeutet es für den europäischen Markt, wenn die amerikanische Zentralbank sich entscheidet ihre Nullzinspolitik weiter zu führen?

 

Expansive Geldpolitik in den USA

Mit der internationalen Finanzkrise in 2008 hat sich der Leitzins in den USA gegen 0% bewegt. Nur langsam hat sich die Federal Reserve (amerikanische Zentralbank auch „Fed“ genannt) dazu bewegen können Zinsen wieder anzuheben. Nachdem sich 2019 der Zins halbwegs erholt hatte, ist er seither wieder in einer raschen Talfahrt. Nun erneut bei 0% angekommen, erwarten Anleger, dass die US-Notenbänker wohl an ihrer aktuellen Strategie festhalten werden.

 

Ein Leitzins bei 0% bedeutet eine starke Inflation. Eine Entwertung des Dollars gegenüber anderer Währungen. Unter anderem auch gegenüber dem Euro. Da europäische Händler zwar in Euro rechnen, der internationale Handel allerdings in Dollar betrieben wird, werden die Preise hierzulande günstiger wenn der Dollar an Wert verliert.

 

Sollte es sich also bewahrheiten, dass die Federal Reserve an ihrer bisherigen Strategie festhält, wird dies die Ölpreise stützen. Denn obwohl die Preise im ersten Augenblick für Händler hierzulande günstiger wären, würde der schwache Dollar die Nachfrage ankurbeln. Somit würde man die Ursache des Preiseinbruchs bekämpfen und erneut Interesse am Rohöl generieren.

 

Ausblick

Die heutige Preiserwartung für 100 Liter Heizöl liegt zwischen +0,05 und +0,25 Euro im Vergleich zum Montagmorgen.

Tropensturm Hanna ohne Auswirkung

27. Jul. 2020

Mit Beginn der Hurrikan-Saison in den USA (1. Juni bis 30. November 2020) wird häufig die amerikanische Ölproduktion im Golf von Mexiko in Mitleidenschaft gezogen. Sobald die tropischen Tiefdruckgebiete über die warmen Gewässer des Golfs von Mexiko ziehen, nehmen sie an Fahrt auf. Bohrinseln müssen evakuiert werden und Raffinerien in Süd-Texas müssen zum Schutz stillgelegt werden. Der aktuelle Verlauf ist bisher ohne große Folgen geblieben.

 

Hanna schlägt südlichen Kurs ein

Der letzte Tropensturm, über den man sich hat Sorgen machen können, trägt den Namen Hanna. Im Golf von Mexiko angekommen hatte sich das Tiefdruckgebiet zum veritablen Hurrikan entwickelt. Mit Windgeschwindigkeiten bis zu 150 km/h wurde der Sturm zum Hurrikan der Kategorie 1 eingestuft. Am Samstagabend, traf er dann auf Land im Süden von Texas.

 

Befürchtungen, dass der Sturm einen nördlichen Kurs einlegen könnte und somit die texanischen Raffinerien lahmlegen würde, haben sich allerdings nicht bewahrheitet. Mit der südlicheren Route, zog der Sturm über den Norden Mexikos her. Nach starken Regenfällen und ohne Meereseinfluss, wurde der Hurrikan nun auch wieder zu einem Tropensturm herabgestuft und man erwartet, dass er sich in den nächsten Tagen auflöst.

 

Der nächste Sturm braut sich schon zusammen

Die Hurrikan-Saison trägt aber nicht umsonst ihren Namen. Der nächste potentielle Sturm befindet sich in den offenen Gewässern des Atlantiks bereits in den Startlöchern. Sollte er an Kraft gewinnen und sich in einen Hurrikan verwandeln wird „Isaias“ Kurs auf den Golf von Mexiko nehmen.

 

Ob es soweit kommt und wie stark sich dieser Hurrikan allerdings ausbildet, hängt von vielen unbekannten Faktoren zusammen. Vor allem Wassertemperaturen werden ein wichtiger Faktor sein. Je wärmer die Gewässer, desto mehr Energie wird sich hier potenziell ansammeln. Der erwartete Kurs des Tiefdruckgebiets birgt das Potenzial eines starken Hurrikans. Wie sich der Verlauf letztendlich abspielt bleibt allerdings abzuwarten.

 

Ausblick

Heizölhandler erwarten heute Preisnachlässe zwischen -0,15 und -0,30 Euro pro 100 Liter Heizöl im Vergleich zu Freitagmorgen.

USA und China im Clinch

24. Jul. 2020

Die diplomatischen Spannungen zwischen den USA und China nehmen täglich zu. Seit Monaten schon geht es mit den Beziehungen der beiden Länder bergab, zuletzt entzündete sich der Streit an der Schließung einer chinesischen Botschaft in den USA, die von chinesischer Seite nicht unbeantwortet blieb. Doch eine Eskalation zwischen Washington und Peking birgt viel größere Gefahren als die Schließung einiger Konsulate.

 

Streit der Giganten

China und die USA sind die beiden größten Volkswirtschaften der Welt. Damit wirken sich auch die Handelsbeziehungen der beiden Länder stärker auf den Rest der Welt aus, als es sonst der Fall wäre. Dies hatte sich eindrücklich im vergangenen Jahr gezeigt, als ein regelrechter Handelskrieg zwischen Washington und Peking zu immer neuen Strafzöllen in beide Richtungen führte.

 

Die Ölpreise bekamen dies ebenfalls zu spüren und gaben immer wieder nach, denn die milliardenschweren Sanktionen belasteten das Wirtschaftswachstum in China – und somit auch den Ölverbrauch des Landes. Nach monatelangen zähen Verhandlungen gelang dann Anfang des Jahres eine Einigung. Washington und Peking unterzeichneten die „Phase 1“ eines  Abkommens, das die Handelsbeziehungen zumindest teilweise regeln sollte.

 

Handelsabkommen in Gefahr

Doch mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie kommt das Handelsabkommen immer mehr ins Wanken. Schon allein deshalb, weil ein Teil des Deals vorsah, dass China deutlich mehr US-Güter importieren muss. Ob dies nach dem konjunkturellen Einbruch durch Covid19 überhaupt möglich ist, scheint fraglich. Hinzu kommt, dass auch die diplomatischen Beziehungen immer stärker belastet sind.

 

Ob es die Vorwürfe aus Amerika sind, China habe den Ausbruch der Epidemie vertuscht, oder das heftig kritisierte Hongkonger „Sicherheitsgesetz“, mit dem China die Sonderverwaltungszone belegte, die Auseinandersetzung spitzt sich immer weiter zu. Mit der Schließung der chinesischen Botschaft in Houston, Texas, und der daraufhin angeordneten Schließung der US-Botschaft im chinesichen Chengdu sinkt die Hoffnung auf diplomatische Lösungen im Streit zwischen den beiden Parteien.

 

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